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Mai 22 2010

Unser Volk braucht Markt!

Category: Allgemein,Grundgesetz,ZitateSteff @ 10:55
Lesedauer ca. 6 Minuten

[5 UPDATES]
Horst Köhler war in Afghanistan. Dort hat er vor den deutschen Kriegern eine Ansprache gehalten, in der er ihnen versprochen hat, dass sie als Kriegshelden zurückkehren werden er alles dafür tun wird, dass ihre Leistung in Deutschland entsprechend gewürdigt wird. Solch ein Ansprache gehört sicher zu den repräsentativen Aufgaben eines Bundespräsidenten, dagegen kann man formal nichts sagen. Heute sagte Herr Köhler im Deutschlandradio allerdings noch etwas anderes.

Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.

Wirklich, Herr Köhler? Öffentlich zur Durchsetzung wirtschaftlicher Ziele durch militärische Gewalt aufrufen? Da muss man sich allerdings nur einmal ins Gedächtnis rufen, welch neoliberales Urgestein Horst Köhler ist, der geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) war und Mitglied der Trilateralen Kommission ist, und schon wird ein Schuh draus.

Vielleicht sollte man Herrn Köhler ja einmal empfehlen, das Buch “Volk ohne Markt” schreiben, um sein Verständnis von Wirtschaft und Militärmacht einmal genauer darzulegen.

Der verlinkte Vorgänger-Roman hatte einen sehr prominenten Fan.

UPDATE:

Sebastian Glas hat entdeckt, dass die betreffenden Stellen jetzt aus dem Original-Interview (MP3 und Transskript) herausgenommen wurden.

Wenn man bei dradio.de nach dem Begriff “freie Handelswege” aus dem Interview sucht, taucht das Interview zwar mit dem entsprechenen Textauszug auf, aber im Text selber sind die Stellen nicht mehr vorhanden.

Kleiner Fall von Eigenzensur, liebes Deutschlandradio? In den oben verlinkten News habt ihr die Zensur aber noch vergessen.

Ich habe nun einmal eine Email an dradio.de geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute morgen hatten sie in ihrem Programm ein Interview mit unserem Bundespräsidenten Horst Köhler. In diesem Interview hat Herr Köhler einige Dinge gesagt, über deren Bedeutung und ggf. Verfassungsmäßigkeit man zumindest einmal genauer diskutieren sollte. In ihren Nachrichten wird darauf noch Bezug genommen: “Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.”

Dieses Interview war auf dradio.de als MP3 und Text nachträglich zu finden, nun ist aber sowohl der Text, als auch der Audiobeitrag um genau diese kritischen Stellen gekürzt.

Können Sie mir beantworten, wie es dazu gekommen ist?

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Graunke

UPDATE:

Wie Sebastian in den Kommentaren schreibt, gibt es mehrere Versionen der Audiodatei des Interviews. Darunter auch eine in voller Länge. Das Transskript bleibt aber gekürzt.

Ich habe den betreffenden Abschnitt einmal lokal extrahiert: Koehler_Aussenhandel

Ich habe das mal transskribiert:

Ich finde es in Ordnung, wenn in Deutschland darüber immer wieder auch skeptisch, mit Fragezeichen diskutiert wird. Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt, wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall, auch militärischer Einsatz notwendig ist um unsere Interessen zu wahren. Zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen, negativ, durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.
Bundespräsident Horst Köhler, am 22.5.2010 auf Deutschlandradio

UPDATE:

Ich habe jetzt auch mal eine Mail an das Bundespräsidialamt geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern morgen konnte ich ein Interview unseres Bundespräsidenten auf Deutschlandradio hören, in dem er sich zum Thema Auslandseinsätze der Bundeswehr im Allgemeinen und dem Afghanistaneinsatz im Besonderen geäußert hat.

Auf Ihrer Webseite kann ich den Text des Interviews leider nicht finden aber es enthielt unter anderem folgende Passage:

[...obiges Transskript…]

Ich finde diese Aussagen ein wenig bedenklich und würde ganz gerne wissen, ob ich bei Ihnen eine genauere Erläuterung der Hintergründe dieser Aussagen unseres Bundespräsidenten erhalten kann, die meine Bedenken zertstreuen würden.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Graunke


UPDATE:

Das Deutschlandradio hat auf meine Mail geantwortet, ist aber nicht darauf eingegangen, dass der transskribierte Beitrag nicht mehr in der langen Version zu finden ist:

Sehr geehrter Herr Graunke,

vielen Dank für Ihr Interesse am Interview mit Horst Köhler. Dieses Interview wurde in zwei Versionen ausgestrahlt, in einer gekürzten im Deutschlandfunk

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/dlf_20100522_0812_96dcfafd.mp3

(Länge 4 Minuten 49 Sekunden)

und in voller Länge im Deutschlandradio Kultur

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/drk_20100522_0751_c6f918db.mp3

(Länge 5:15)

Beide Dateien stehen seit der jeweiligen Sendung unverändert in unserem Internetauftritt zur Verfügung.

Die Nachrichten bezogen sich auf den ungekürzten Inhalt des Interviews von Deutschlandradio Kultur.

Mit besten Grüßen
Dr. Egbert Meyer
Deutschlandradio
Programmdirektion Multimedia
www.dradio.de

UPDATE

Ich habe zwar noch keine Reaktion vom Bundespräsidialamt, aber der CDU-Politiker Ruprecht Polenz hat reagiert.

Das Interesse Deutschlands an freien Handelswegen stehe in keinem Zusammenhang mit Militäreinsätzen. Hier habe sich der Bundespräsident missverständlich ausgedrückt.

Und NATO-Generalsekretär Rasmussen äußert sich auch noch mal zum Thema Wirtschaft und Militär.

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72 Responses to “Unser Volk braucht Markt!”

  1. bagalutenGregor says:

    Man man man, das tgraute sich glaube ich nicht einmal der Walker Busch so auszudrücken auch wenn es zu 99,99 % die Hauptbeweggründe für den Irak waren, was an Afgahnistan ausser dem Opium nun wirtschaftlich so relevant sei weiss ich nicht, aber die Rethorik von Herrn Köhler erinnert an die ‘gute’ alte Zeit des Koloniallismus …
    Unverständlich für mich.

    cu an other time
    on an other place

    der bagalutenGregor

  2. Sebastian says:

    Ganz meine Meinung. Solche Formulierungen eines Bundespräsidenten dürfen nicht unwidersprochen und undiskutiert so stehenbleiben.

    Mein Beitrag: http://j.mp/coOunt

  3. Sebastian says:

    Der DRadio hat inzwischen offenbar das Interview-MP3 gekürzt und das Transkript ebenfalls um die obige Passage “bereinigt”.

  4. Steff says:

    Oh,Selbstzensur? Unter dem Link oben steht es noch in den Deutschlandradio-Nachrichten.

  5. Sebastian says:

    Ja, in den Nachrichten steht es noch.

    Wenn man allerdings im Suchfeld auf der dradio Homepage rechts oben zB “freie Handelswege” eingibt, dann erscheint in der Trefferliste der Artikel, der das Transkript des Köhler-Interviews enthält, weil die Begriffe enthalten sind.

    Klickt man dann diesen Treffer an, um auf die Seite mit dem Transkript zu gelangen, fehlt aber das Text-Stück :) —dh. es ist noch im Suchindex, war vorher da, aber wurde nachträglich entfernt. Die Textpassagen wurden also aus dem Transkript entfernt, nicht aber aus den Nachrichten-Seiten.

  6. Steff says:

    Oh, das sollten wir auch noch mal so im Blog festhalten. Am besten beide, oder? Ich twittere es dann auch noch mal.

  7. Sebastian says:

    Der “Merkur” hat einen Online-Artikel, der die ganzen Zitate enthält:

    http://www.merkur-online.de/nachrichten/stars/koehler-setzt-sich-truppe-775447.html

    und im Querblog gibt es auch einen Screenshot von pr-inside:

    http://www.querblog.de/2010/05/22/wie-bitte-herr-khler/

  8. Ela says:

    Schöne Mail,

    habe sie gleich kopiert, etwas abgeändert und ebenfalls ans DRadio gemailt.

  9. sa7yr says:

    Hat jemand das MP3? Das darf der Nachwelt auf keinen Fall vorenthalten werden.

  10. Smo says:

    Auch ich habe dem Dradio geschrieben dass ich als langjähriger Hörer erschüttert (und das ist wirklich keine übertreibung) über dieses Vorgehen bin. Ich betreibe weder Blog noch twittere ich, aber ich hoffe dass so eine Praxis der Infrmationsunterdrückung nicht einfach so verschwindet. Also, strengt euch an, liebe Blogger ;)

    Viele Gruesse
    Steve

  11. Klüver says:

    Also sicherlich hatte Bundespräsi Köhler Atalanta im Blick und nicht die “guten”alten Zeiten des Kolonialismus. Aber sicherlich wurde der Wortlaut von Dlf gekürzt, weil man wusste, dass viele es absichtlich falsch verstehen möchten. Wenn jetzt noch eine sinnlose Debatte über die Personalie Köhler medial losgetreten wird, dann lenkt das schön von den realen Problemen ab. Warum hinterfragt keiner die gewagten Europathesen von Fr. Merkel in jüngster Parlamentsdebatte? Da ging es um hunderte Mrd. Euro. Die Sicherung von Seewegen kostet nur einen minimalen Bruchteil davon. Aber es geht auch um Prinzipien.

  12. A. says:

    @Klüver: Wenn sich der Bundespräsident (angeblich!) so missverständlich äußert, dann darf das nicht verschwiegen, sondern muss offen diskutiert werden. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass Horst Köhler sich im Wort (eigentlich: im Sinn) vergreift, zuletzt bezeichnete er das Bundesverfassungsgericht als eine “Anomalie im demokratischen Prozess”:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694796,00.html

    Wohlgemerkt der Horst Köhler, der das Zugangserschwerungsgesetz unterschrieb.

  13. Volk ohne Markt oder: Im Zweifel den Weg für das Kapital freischießen : Burks' Blog says:

    [...] deutsche Journalist unterwirft sich gern autoritären Autoritäten, das liegt ihm im Blut.) [via unpolitik.de, QuerBlog und Sebastian Glas] Mai 23, 2010 | abgelegt unter Media, [...]

  14. Horst Schulte says:

    @Stefan: Gute Idee, mal bei Dradio nachzufragen. Bin gespannt, was die sagen werden. Übrigens gibt es auch in der SD Originalzitat: http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-koehler-in-afghanistan-warum-hoere-ich-das-nicht-von-ihnen-1.948375 Der Artikel datiert von heute.

  15. julian says:

    In den Kommentaren von http://holgi.blogger.de/stories/1636681/#comments
    ist ein Link zum dradio aufgetaucht, wo noch das Komplette Interview zu hören ist:

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/22/drk_20100522_0751_c6f918db.mp3

    Für den Fall, dass es auch noch geschnitten werden sollte, habe ich schon mal eine Sicherheitskopie angelegt.

  16. Sebastian says:

    OK, die Kürzungsvorwürfe sind vielleicht nur teilweise berechtigt. Bei Holgi http://holgi.blogger.de/stories/1636681/ hat ein Leser gepostet, dass es mehrere Versionen der MP3-Datei gibt, eine kürzere und eine längere:

    http://www.dradio.de/aod/html/?mod=aod&station=&js_enabled=1&search=Horst+K%F6hler&date1_use=1&day1=22&month1=05&year1=2010&date2_use=1&day2=22&month2=05&year2=2010&search_station=0&broadcast=&theme=&ACTION_SEARCH=Suchen

    Interessant bleibt dennoch, dass der Transkript-Text bei beiden Einträgen nicht das vollständige Interview umfasst (“Text zum Beitrag”).

  17. Tastendrescher » Öffentlich rechtliche Pressestelle oder Journalismus? | says:

    [...] nicht so öffentlich werden sollten, woraufhin der Deutschlandfunk kurzerhand die Passage aus dem Interview entfernte. Zugegeben, die Authorisierung bei schriftlichen Interviews halte ich in begrenztem Umfang noch [...]

  18. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Horst Köhler: Deutsche Soldaten sterben für Arbeitsplätze says:

    [...] gibt es auch eine gekürzte Version. Manche vermuten eine Verschwörung – vermutlich ist es einfach nur ein Kopierfehler. (Bitte bewerten!)  Loading [...]

  19. volk » Twitter Trends says:

    ...

    Super, Sterben für Arbeitsplätze (wird aber zensiert, bei Deutschlandradio):...

  20. Horst Köhler redet Tacheles? | Rot steht uns gut says:

    [...] zu machen. Da sie aber einmal online war, und, wie wir alle wissen, das Internet nichts vergisst, bleibt die Aussage Horst Köhlers dank „unpolitik.de” der Nachwelt erhalten: Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt, wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der [...]

  21. Bundeswehr 2.0 | Sven Büchler says:

    [...] Onlineangebot teilweise nachträglich gelöscht, wie Sebastian Glas dokumentiert. Auch UnPolitik.de verfolgt den Fall und hat ein Transkript von Köhlers Zitat aus dem mp3 des Interviews. Schade, bisher habe ich das [...]

  22. Horst Köhler will den totalen Respekt für Krieg « Zivilschein says:

    [...] (Nach kurzer Zeit kürzte das Deutschlandradio sowohl den Mitschnitt als auch die Zusammenfassung um …, worauf Vorwürfe von Zensur laut wurden. Nach wie vor ist aber neben der gekürzten auch die Langfassung des Interviews abrufbar, außerdem steht die Nachrichtenmeldung, in der sie selbst die heiklen Äußerungen Köhlers wiedergeben, immer noch zur Verfügung. Es ist zwar schon merkwürdig, ein Interview mit dem Bundespräsidenten von 5:11 Minuten auf 4:16 Minuten zu kürzen und dann dafür auch noch ausgerechnet das zu schneiden, was wohl das meiste Empörungspotenzial bietet – aber für eine inhaltliche Zensur mit der Absicht, die Verbreitung von Köhlers Aussagen zu vermeiden, geht das Deutschlandradio viel zu wenig gründlich vor. Daher ist wohl eher nicht von einer tatsächliche Selbstzensur, um diese Äußerungen wegzuwischen, auszugehen.) [...]

  23. Rainbow Warrior says:

    Unglaublich, was in diesem Land so alles möglich ist! Vielen Dank für die aufmerksame Recherche! Anscheinend sollen wir Deutschen mal wieder auf die Möglichkeit eines Krieges eingeschworen werden und das Grundgesetz wird offensichtlich zum 65. Geburtstag in Rente geschickt! Frei nach dem Motto: Schönen Lebensabend noch, Pressefreiheit und Meinungsfreiheit brauchen wir nicht mehr!

    Jetzt ist nicht die Zeit zu schweigen und auch ich möchte mir hinterher nicht vorwerfen lassen, ich hätte nichts getan!

    Weiter so Gute Arbeit

  24. Robert says:

    Das Transkript auf Deutschlandradio ist beschnitten.Punkt.
    Es kursieren offensichtlich drei unterschiedliche Audio-Fassungen,die zu unterschiedlichen Zeiten gesendet wurden.
    Die 7:51 Sendefassung ist online abrufbar und enthält die kritische Passage. Warum diese, in zwei alternativen Fassungen(andere Sendezeiten),sowie im Transkript von den
    verantwortlichen Journalisten unterschlagen wurde, bleibt
    diskussionswürdig.Dies ist sicher ein gutes Beispiel für
    die manipulativen Mechanismen in der Berichterstattung.
    Warum Köhlers Bemerkung, bezüglich der Handelsinteressen und
    freien Handelswege im Medienmainstream weitestgehend untergeht,
    ist eine andere Frage.

  25. “Unser Volk braucht Markt!” - Fareus says:

    [...] weiterlesen bei UnPolitik [...]

  26. Der bewaffnete Handelsreisende « Auto-Anthropophag says:

    [...] d. Red.: Dank an unseren Leser Seegal und UnPolitik, die uns auf dieses Thema aufmerksam [...]

  27. Klartext : Buntomat says:

    [...] führte, hatte den Mitschnitt und die Abschrift des Interviews um die entsprechenden Passagen gekürzt. Was soll [...]

  28. SZenso » Blog Archive » Geistloser Greisengeist says:

    [...] Quelle: Interview im Deutschlandradio, in der Zwischenzeit wurde diese Passage gekürzt. [...]

  29. Florian says:

    werde auch beim DLF / Dradio nachfragen, warum aus so einem Interview grade die brisantesten Stellen gekürzt werden. Wäre schön, wenn ihr hier auch die Anwtworten auf Eure Kontaktversuche postet…

  30. Skandal um deutsche Söldnerfirma : www.who-owns-the-world.org says:

    [...] in der bewährten Salamitaktik der dünnen Scheibchen auf Verbreitung ohne Internet und zensiert daher den Mitschnitt der Rede in Text und [...]

  31. julian says:

    Das Komplette Transkript ist jetzt auch beim Dradio zu finden: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/
    Gestern stand dort nur die gekürzte Fassung des DLF.
    Nun Ja, hoffen wir, dass es nur Schlampigkeit war …

  32. Laevus Dexter says:

    Hallo liebe Leute,

    ich habe eine Strafanzeige gegen unseren Bundeshorst erstellt und erstattet.

    Lesbar und als PDF-Download unter http://bundeshorst.wordpress.com

    Bitte weitergeben. Danke :-)

    Laevus Dexter

  33. blogwürdig » Militärische Einsätze für “freie Handelswege” says:

    [...] Bundespräsident zum Afghanistan-Einsatz unserer Soldaten befragt. Im Interview stand laut UnPolitik.de wohl anfangs noch folgende Aussage: Allerdings müsse Deutschland mit seiner [...]

  34. Steve says:

    Unglaublich.Deutschlandfunk hat das Transkript nun auf einmal
    vollständig abgebildet.Das war keine Schlamperei,das war
    gezielte Diskretion/Zensur.
    Ohne den massiven Protest von deutschen Bloggern würde
    immer noch die zensierte Fassung online sein.
    Mal sehen, wann Spiegel,taz und Konsorten die Augen nicht
    mehr verschließen.
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/

  35. H. Schrozberg says:

    Ich habe heute morgen auf meine Anfrage folgende Antwort vom DLF bekommen:

    “... vielen Dank für Ihre Anmerkungen zu dem Interview mit Bundespräsident Horst Köhler, das wir am Samstag in unseren Programmen Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur in unterschiedlichen Fassungen und Längen gesendet haben.

    Beide Fassungen können Sie seitdem unter http://www.dradio.de nachhören:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1188781/ (ca. 4’45 Min.)

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1188780/ (ca. 5’10 Min.)

    Allerdings wurde versehentlich beiden Audio-Fassungen derselbe Text zugeordnet, so dass die Hörer von Deutschlandradio Kultur auf unserer Internetseite zunächst einen falschen Text zum Audio vorgefunden haben. Das haben wir inzwischen korrigiert.

    Die Nachrichtenmeldungen auf http://www.dradio.de , die sich auf das Interview mit dem Bundespräsidenten beziehen, sind ebenfalls weiterhin in unveränderter Form abrufbar, so zum Beispiel auch die Meldung am Samstag um 12 Uhr: http://www.dradio.de/nachrichten/201005221200/1 .

    Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andrea Wollnik
    Hörerservice”

  36. luci says:

    Fast müsste man ihm dankbar sein, noch nie hat eine dieser Sprechpuppen in Berlin es so offen gesagt. So direkt, das sie sich genötigt sahen, dieses Interview verschwinden zu lassen. Er hat sich ziemlich verplappert, die NATO-Doktrin wird er gelesen und wohl auch verstanden haben, nur werden sie vergessen haben ihm zu sagen – so was nicht in der Öffentlichkeit von sich zu geben. Wenn es noch einer Klarstellung bedurft hätte – warum sie am Hindukusch Krieg führen, Köhler hat am Samstag hochoffiziell die wahren Gründe für diesen völkerrechtswidrigen Krieg am Hindukusch von sich gegeben, auch wenn seine Sätze hinterher auch sofort wieder gelöscht wurden, Merkel/Guttenberg und Co brauchen jetzt auch nicht mehr, wie von diesem Gelackten grosspurig angekündigt, ‚ihrem’, wegen dessen Kriegsablehnung so sehr verachteten Volk die ‚Relevanz’ IHRES Krieges besser erklären’. Damit ist nun also endgültig und definitiv und von höchster Stelle geklärt, dass die Bundeswehr NICHT als Verteidigungsarmee dient und die politische Führung Deutschlands das Recht willentlich und wissentlich bricht.

    Entgegen ihren Lügen, was die angeblichen ‚Gründe’ weswegen sie da meinen Krieg führen zu müssen – betrifft – es geht um ‚Interessensgebiete’, Engergieressourcen und deren Verteilungswege/ Piplines und es geht um Handelswege und was sie als solche definieren –
    Es geht um nichts anderes, entgegen ihren permanenten Lügen, seit über 9 Jahren. Köhlers Äusserung spricht auch Bände über sein Verständnis von der dt. ´Verfassung´ und dem Völkerrecht sowieso, aber das geht denen sowieso schon lange sonstwo vorbei!
    Amtsenthebung solcher ´Volksvertreter´, Völkerrechts- und Verfassungsbrecher wäre schon lange angemessen…..

    RAUS AUS AFGHANISTAN!

  37. Florian says:

    Ich nehms den Leuten beim DLF ab, das da was schiefgelaufgelaufen ist. Auf jeden Fall weicht man dort dem Thema nicht aus, heute früh wurde Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, zu den Aussagen von Köhler interviewt:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1190941/
    Da hätte man sich natürlich bessere Vorbereitung des Fragenden gewünscht. Polenz hat Recht, wenn er sagt, dass Köhler keine neue Doktrin verkündet – das Weißbuch Bundeswehr wurde 2006 vom Kabinett abgesegnet und enthält genau das, was Köhler formuliert hat. Im Interview mit Polenz kommts aber so rüber, wie “war alles nicht so gemeint, ungeschickt formuliert”. War es eben nicht, es war nur ungewohnt deutlich.

    PS auf meine Anfrage beim DLF habe ich eine Antwort ähnlich der oben geposteten bekommen…

  38. julian says:

    Jetzt hat die Geschichte auch in den Mainstream seinen Weg gefunden:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696982,00.html

  39. Köhler spricht eine Wahrheit aus, manche empören sich künstlich | regierungsviertel.com says:

    [...] diesem Zusammenhang noch ein Hinweis auf  unpolitik.de, die mal zusammengetragen haben, in welchen verschiedenen Fassungen das Interview beim [...]

  40. i_Peter says:

    Hi Jungs,

    ACHTUNG ! DRadio hat Recht mit seiner Antwort-Mail:
    es gibt tatsächlich ein gekürztes Interview (siehe Links in Blog oben) und ein vollständiges, auf das gaaaaanz unten auf der Seite verwiesen wird.
    Schaut’s nochmal nach:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1188781/
    Dorts findet man dann auch die Handelswege…

    ...tatsächlich hat Ruppert Polenz Recht mit “Hier habe sich der Bundespräsident missverständlich ausgedrückt.”
    Man soll das Staatsoberhaupt ja auch nicht ungebührlich kritisieren. Der Mann musste sich wahrscheinlich den ganzen Tag die Sprüche seiner Gesprächspartner der Bundeswehr vor Ort anhören, so von wegen Schutz der freien Handelswege (Somalia) und regionale Instabilitäten (großes ?) verhindern. Das hat er dann wohl alles zusammengepackt mit dem Afganistaneinsatz.
    Ich gehe mal davon aus, dass Kanzlerin und Verteidigungsminister das besser ausdrücken können, auch wenn Merkel den gleichen Faux-Pas begangen hat wie Köhler, und ohne offiziellen Besuch der afganischen Regierungsstellen nur zu einem Truppenbesuch nach Afganistan gekommen ist. Das soll dann also der souveräne Staat sein, dem im nächsten Jahr die Aufgabe zufällt, alleine die Taliban in Schach zu halten ?

  41. Horst Köhler tritt zurück : netzpolitik.org says:

    [...] noch nie: Unser Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück. Wahrscheinlich, weil er einmal die Wahrheit in Sachen Afghanistan verkündet hat. Wer wohl der/die Nachfolger/in [...]

  42. Horst Köhler ist zurückgetreten | UnPolitik.de says:

    [...] Grund, warum ich das Thema aufgegriffen hatte, war meine Auffassung, dass sein Interview so nicht unkritisch hingenommen werden sollte, sondern [...]

  43. Hans Kolpak says:

    Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe ohne Kriegserklärung, mehr noch als der Rücktritt des Ministerpräsidenten des Landes Hessen Roland Koch am 25. Mai 2010. Bei allem Respekt vor der Würde des Amtes bleiben Fragen offen, die sich aus der Eurokrise und einer möglichen Währungsreform ergeben. Die Geschichte wird die Antworten liefern müssen: Am 1. Juni 2010, sowie in den Jahren und Jahrzehnten danach. Europa unterliegt einem Wertewandel wie nie zuvor in der Weltgeschichte.

  44. Herr Schwaner » Von Horst. says:

    [...] mehr zu diesem Thema: netzpolitik.org • UnPolitik • ZEIT.de • [...]

  45. rauskucker says:

    Hallo Stefan
    Anscheinend warst du der Erste, der das Thema aufgebracht hat.
    Fefe hats weitergetragen, jetzt hat die Welle den Hotte weggespült.
    Ist ja auch ne Art Antwort auf deinen Brief an ihn.
    Also: Dank und Gratulation!
    Und du solltest dann auch das Erstvorschlagsrecht für die Nachfolgerin haben.

  46. John Lennon says:

    Well done, Stefan !
    Das Netz schläft nicht.
    Mehr diskussionwürdige Bemerkungen aus Afghanistan.
    Diesmal Kriegsminister Guttenberg:
    http://www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/guttenberg-slomka-ist-deutschland

  47. die ennomane » Blog Archive » Kein Respekt vor dem Amt says:

    [...] zu stellen. Sicherlich, die Worte, die er zum Thema Krieg und Bundeswehr sprach, waren äußerst bedenklich, decken sich allerdings im großen und ganzen mit der deutschen Militärdoktrin. Wenn Horst [...]

  48. Zapfenstreich! « Dickerbierbauch.de says:

    [...] etwas missverständlich wie der Blogger Stefan Graunke aus Köln fand und in seinem BLOG UnPolitik schrieb. Er haatte sich blöd ausgedrückt und nun schwebte er in einer Wolke von beschuldigungen. [...]

  49. Zum Rücktritt von Horst Köhler: Youtube-Videos zu seinem Wirken | GeschichtsPuls says:

    [...] zeichnet die mediale Thematisierung der umstrittenen Köhler-Äußerung von den “freien Handelswegen” noch einmal [...]

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