Apr 07 2009

Warum?

Steff @ 22:15

Seit längerer Zeit läuft bei uns politisch etwas schief.

Ich habe mich früher dann immer mal wieder aufgeregt, mit Freunden darüber gesprochen, mir meine Gedanken gemacht, vielleicht mal in meinem bisherigen Blog einen kleinen Rant losgelassen… aber das war es dann auch.

Mittlerweile bin aber selbst ich, der von Natur aus eher faul und bequem ist, der Meinung, dass die Frequenz und Stärke dieser “Schiefläufe” zu stark ausufert um nicht irgendetwas dagegen zu tun.

Ich möchte mir einfach in einer unbestimmten Zukunft nicht vorwerfen lassen müssen, “damals nichts dagegen getan” zu haben.

Wogegen überhaupt? Gegen eine immer intensiver stattfindende Unpolitik. Eine Politik, die ihrem eigentlichen Auftrag, nämlich den Bürger in seinem Sinne zu vertreten, zunehmend nicht erfüllt. Was geleistet wird, quer über alle Regierungsfraktionen der letzten Jahre hinweg, ist das Erfüllen der Ansprüche der großen Lobbyisten und die Schaffung von Gesetzen, die zu nichts anderem taugen als zur Eingrenzung der Bürgerrechte. Eine wahre Vertretung der Interessen der Bürger findet de facto nicht statt.

Kann ich mit diesem Blog wirklich etwas ausrichten?

Ich weiß es nicht.

Aber zumindest der Versuch ist es wert unternommen zu werden.

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6 Responses to “Warum?”

  1. Daniel says:

    Wir brauchen mehr Blogs und Webseiten wie diese. Das Hauptproblem ist jedoch das die Mainstream-Medien kaum ueber diese Themen berichten. Viele der Argumente “pro” Einschraenkung der Buergerrechte sind so offensichtlich als Unsinn durchschaubar, die Beweise dafuer sind leicht zu finden und werden auch von einigen Blogs ausfuehrlich gezeigt.

    Das aendert nur leider nichts daran das die Mehrheit der Bevoelkerung an die Bedrohung durch Terroristen und die anderen Gruende die die Politik anfuehrt glaubt und somit auch die Massnahmen unterstuetzt.

    Auf der anderen Seite stehen “wir”, diejenigen die mit dieser Politik nicht einverstanden sind. “Wir” bekommen mehr und mehr zu spueren was es bedeuten kann “dagegen” zu sein und das zu aeussern.

    Auf dem politischen Blog welches ich mit einigen Freunden betrieben habe ist seit ueber einem Jahr nichts geschrieben worden. Einer der Gruende wieso es eingeschlafen ist duerfte die Aussichtslosigkeit gewesen sein. Der Hauptgrund wieso ich auch in der Eskalation der Abschaffung der Buergerrechte in den letzten Monaten nicht wieder was dazu geschrieben habe ist die Angst das dann auch jemand eine Linkkette zu politisch nicht gewollten Inhalten zusammenbaut und dann eines Tages die Polizei bei mir vor der Tuer steht.

    Bin ich paranoid? Ich weiss es nicht, aber ich schaetze das Risiko fuer mich und meine Familie aus durchaus gegeben an. Somit koennte man auch sagen: mission accomplished. einer mehr mundtot gemacht. Zumindest bis die Politik endgueltig zuweit geht und mir das Risiko dann egal ist.

    Daher auch mein Respekt vor jedem der seine Meinung laut und vernehmlich aeussert. Es kommt auf jede Stimme an.

  2. 1000Sunny says:

    Ich finde den Namen Unpolitik sehr gut. Wir sind Unschooler :)
    Ich glaube Du kannst was ausrichten. Blogs haben die ganze Tiefe, die allen politischen Diskussion fehlt. Vielleicht ist eine Web2.0-kratie auch die neue Regierungsform auf die wir alle gewartet haben.

  3. heimdall16 says:

    “Ich möchte mir einfach in einer unbestimmten Zukunft nicht vorwerfen lassen müssen, “damals nichts dagegen getan” zu haben.”
    Diesen Gedanken kenne ich nur zu gut. Wieder einer mehr in den Reihen die nicht stillschweigend alles hinnehmen was mit uns passieren soll.

    Weiter so!

  4. zaphod says:

    Lieber Stephan,

    recht so. Aus ähnlichen Überlegungen habe ich 1977 mit einigen andern eine Partei gegründet, die dann zu den hessischen Grünen wurde. Ich überlege gerade, ob ich- mit den heutigen Möglichkeiten der Kommunikation – so etwas noch einmal machen sollte.

    Arbeitstitel “Partei der Vernunft”

    Nicht links, nicht rechts, nicht grün….. einfach nur der Vernunft verpflichtet.

    Eine Partei, die ihre Mandatsträger dazu verpflichtet, an 5 Tagen in der Woche mindestens je eine Stunde online den Wahlkreisbürgern Rede und Antwort zu stehen.

    Mit der Verpflichtung, den dienstlichen Terminkalender online einsehbar zu machen.

    Wo vor jeder Abstimmung das Thema in Foren in den Wahlkreisen diskutiert werden kann – der Mandatsträger verpflichtet ist, das Abstimmungsthema zu posten.

    Ich hätte noch viele andere innovative Ideen – es fehlt nur an Mitstreitern. Vielleicht könnte man solche ja in Blogs wie Deinem finden?

    Dir auf jeden Fall vielen Dank, das Du Dich engagierst und diesen Blog ins Leben gerufen hast.

    Zaphod Weir

  5. daMax says:

    Genau aus dem gleichen Grund habe ich angefangen, “politische” Einträge in meinen Blog zu posten. Eigentlich sollte der nur meine “private” Linkliste werden, aber die ganze Unpolitik machte mich langsam wahnsinnig.... ich wünsche dir (und mir) alle Kraft die nötig ist, etwas zu bewegen.

    Vielleicht sehen wir uns alle ja auf der Demo gegen den Überwachungswahn am 12.09.2009 in Berlin? Ich werde da sein. Und werde mir bis dahin einen fetten Banner in mein Blog kleben, auf dass möglichst viele kommen mögen.

  6. engel1 says:

    Mein Eindruck von der Politik ist, daß sie mehr und mehr in Richtung Sozialismus tendiert, allerdings nur was das Volk betrifft. Der Großkapitalismus bleibt davon verschont und wird auf Kosten der Bürger vom Staat von allen Seiten bevorzugt.
    Die Medien tun ihr übriges dazu, egal ob Wahl oder Schweinegrippe,die Medien benutzen ihre Macht, um Wahlen zu beeinflussen oder Panik zu verbreiten. Der gesunde Verstand wird in Frage gestellt. Die Bildzeitung bringt überflüssige Artikel über den Sexappeal und die Bekleidung von H.Guttenberg, findet Politikerinnen, die sich mit tiefem Ausschnitt auf dem Wahlkampfplakat zeigen, mutig.
    Wenn man dies kritisiert,wird gnadenlos zensiert. Warum wird das Volk für dumm gehalten? Ich bin schon soweit, ich glaub nichts mehr und hinterfrage alles.

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