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	<title>UnPolitik.de &#187; Überwachung</title>
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	<description>Weil es zu gefährlich ist, nichts zu sagen.</description>
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		<title>K&#246;nigliche Gl&#252;cksritter</title>
		<link>http://www.unpolitik.de/2010/05/28/koenigliche-gluecksritter/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 13:53:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war einmal ein K&#246;nig im Lande Holwigstein und er war sehr auf das Wohl seiner Untertanen bedacht. Vor allem wollte er sie von allem B&#246;sen fernhalten und besonders b&#246;se waren Zerstreuungen des Geistes durch Spiele des Gl&#252;cks, so sie denn nicht unter strenger und wohlmeinender Aufsicht durch des K&#246;nigs eigene Gl&#252;cksritter abgehalten wurden und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Es war einmal ein K&#246;nig im Lande Holwigstein und er war sehr auf das Wohl seiner Untertanen bedacht. Vor allem wollte er sie von allem B&#246;sen fernhalten und besonders b&#246;se waren Zerstreuungen des Geistes durch Spiele des Gl&#252;cks, so sie denn nicht unter strenger und wohlmeinender Aufsicht durch des K&#246;nigs eigene Gl&#252;cksritter abgehalten wurden und das Geld der Untertanen in die k&#246;niglichen Kassen sp&#252;lten.</p>

	<p>Nun begab es sich aber, dass auch andere Gl&#252;cksritter solche Spiele abhalten wollten und so begannen sie, ihre St&#228;nde auf den Jahrm&#228;rkten und Festen Holwigsteins aufzubauen. Dies war dem K&#246;nig gar nicht lieb und f&#252;rderhin erlie&#223; er, dass es nur den k&#246;niglichen Gl&#252;cksrittern erlaubt sein solle, auf den Jahrm&#228;rkten das Geld der Untertanen anzunehmen. Ein gro&#223;es Wehklagen setzte nun ein unter den Gl&#252;cksrittern, die nicht des K&#246;nigs waren, aber ach, es half alles nichts, der K&#246;nig blieb eisenhart. Es ging ihm schlie&#223;lich um das Wohl seiner Untertanen und das lag ihm ja ganz besonders am Herzen.</p>

	<p>Die freien Gl&#252;cksritter haderten aber nicht lange, sondern versammelten sich au&#223;erhalb der Grenzen des K&#246;nigreichs und hielten dort ihren eigenen Jahrm&#228;rkte ab. Auch wenn es n&#228;mlich dem Gesetz des K&#246;nigs widersprach, im Lande Holwigstein das freie Gl&#252;cksrittertum zu betreiben, so focht es den K&#246;nig des Nachbarlandes Netalien nicht an, dass die Gl&#252;cksritter dort ihrem Gesch&#228;ft nachgingen. Die Untertanen des K&#246;nigs, die noch nie so recht einsehen konnten, warum sie denn nicht bei einem Gl&#252;cksritter ihrer Wahl mit ihrem eigenen Geld wetten sollten, nahmen diese Jahrm&#228;rkte au&#223;erhalb Holwigsteins mit gro&#223;er Freude wahr und fuhren &#252;ber die Grenzen, um dort die viel attraktiveren Spiele der freien Gl&#252;cksritter zu spielen. Der K&#246;nig sah dies und wurde w&#252;tend. Wollte er nicht nur das Beste f&#252;r seien Untertan und sie sch&#252;tzen? Und wenn die denn unbedingt und trotz aller Widerst&#228;nde zu irgendwelchen Gl&#252;cksrittern laufen wollten, musste es dann nicht gottgewollt sein, dass sie dieses Geld in die k&#246;niglichen Kassen floss? Von gerechtem Zorn erfasst, schwor der K&#246;nig nun, gegen die unk&#246;niglichen Gl&#252;cksritter vorzugehen. Er verbot seinen Untertanen bei den Gl&#252;cksrittern in Internetien zu spielen.</p>

	<p>Unter den Untertanen hob darob ein Klagen an, sie w&#252;rden ja gerne alle Gesetze des K&#246;nigs achten und alle Regeln Holwigsteins, solange sie denn in Holwigstein w&#228;ren, aber wenn man sich im benachbarten Land bef&#228;nde, w&#252;rden diese Regeln nicht gelten, sondern eben die von Netalien. Der K&#246;nig bekam daraufhin einen gro&#223;en Wutanfall. Niemand sollte sich seinem Willen widersetzen k&#246;nnen und schon gar nicht seine Untertanen. An allen Grenzstra&#223;en, die zu den Gl&#252;cksritter-Jahrm&#228;rkten in Netalien f&#252;hrten, stellte er Posten auf, die allen Holwigsteinern verboten, zu den Jahrm&#228;rkten von Netalien zu reisen und sie zur&#252;ck nach Hause schickten. Es gab zwar noch Schleichwege zu den Jahrm&#228;rkten von Netalien, die Mehrzahl der Untertanen kannte diese aber nicht und begann zu murren. Der f&#252;rsorgliche K&#246;nig sagte aber, dass es nun einmal seine Pflicht sei, alle seine Untertanen vor den b&#246;sen fremden Gl&#252;cksrittern zu sch&#252;tzen und nur um die ginge es ja auch, niemand habe schlie&#223;lich die Absicht eine generelle Grenzmauer zu errichten&#8230;</p>



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		<title>Str&#246;mliner</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 10:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frau Censilia Cecilia Malmstr&#246;m m&#246;chte, dass EU-weit Netzsperren eingef&#252;hrt werden. &#220;ber den Sinn und Unsinn von Netzsperren ist ja nun schon viel diskutiert und geschrieben worden und ich m&#246;chte mir das an dieser Stelle sparen. Mir stellt sich aber nun die Frage: &#8220;Woher kommt das pl&#246;tzliche Verlangen nach Netzsperren bei Frau Malmstr&#246;m und wes Geistes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Frau <span style="text-decoration: line-through;">Censilia</span> Cecilia Malmstr&#246;m m&#246;chte, dass <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/internetsperren-bruessel-eu">EU-weit Netzsperren eingef&#252;hrt werden</a>.</p>

	<p>&#220;ber den Sinn und Unsinn von Netzsperren ist ja nun schon viel diskutiert und geschrieben worden und ich m&#246;chte mir das an dieser Stelle sparen. Mir stellt sich aber nun die Frage: &#8220;Woher kommt das pl&#246;tzliche Verlangen nach Netzsperren bei Frau Malmstr&#246;m und wes Geistes Kind ist sie eigentlich?&#8221;</p>

	<p>Cecilia Malmstr&#246;m ist Partei-Vize der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Liberal_People%27s_Party_%28Sweden%29">Folkpartiet liberalerna</a> (Liberale Volkspartei), einer urspr&#252;nglich einmal sozial-liberal orientierten, aber mittlerweile getrost als neo-liberal zu bezeichnenden Partei in Schweden. Die Folkpartiet liberalerna war 2003 f&#252;r die Invasion des Irak und f&#252;r die Einf&#252;hrung des Euro in Schweden (welche aber durch ein Referendum abgelehnt wurde) und ist f&#252;r eine weitere schnelle Ausweitung der EU, in ihrer Jugendorganisation sogar f&#252;r die Etablierung eines einzelnen europ&#228;ischen Staates.</p>

	<p>Frau Malmstr&#246;m war Ministerin f&#252;r EU-Angelegenheiten in Schweden, tritt f&#252;r eine St&#228;rkung der EU-Kommission im Allgemeinen und des Generalsekretariats im Besonderen ein um eventuelle Krisensituationen zu managen. Sie hat B&#252;cher und Aufs&#228;tze &#252;ber Grenzsicherung, Einwanderungspolitik und Terrorismus geschrieben und schon im Jahr 2000 einen eigenen Entwurf f&#252;r einen gesamteurop&#228;ische Verfassung vorgelegt.</p>

	<p>Mit Antritt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommission_Barroso_II">EU-Kommission Barroso II</a> am 10. Februar diesen Jahres, bekleidet Frau Malmstr&#246;m das neu geschaffene Amt des EU-Kommissar f&#252;r Inneres, also eine Art europ&#228;ische Innenministerin.</p>

	<p>Moment mal&#8230; Innenminister? Ist das nicht der Posten f&#252;r paranoide, latent verfassungsfeindliche und freiheitsbeschneidende Sicherheitsfanatiker und Control-Freaks?</p>

	<p><blockquote><br />
&#8220;Maybe because the Stockholm Programme is so gigantic we need two women. We might have needed three men.&#8221;<br />
<quelle>Cecilia Malmstr&#246;m</quelle><br />
</blockquote></p>

	<p>Seit ihrem Amtsantritt arbeitet die Innenkommissarin auf ein schnelles neues <span class="caps">SWIFT</span>-Abkommen mit den <span class="caps">USA</span> hin, tritt energisch f&#252;r eine deutliche St&#228;rkung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frontex">Europ&#228;ischen Grenzschutz-Agentur Frontex</a> ein und ist ganz allgemein mit der m&#246;glichst schnellen Umsetzung des bedrohlichen <a href="http://www.statewatch.org/future-group.htm">Stockholm Programms</a> besch&#228;ftigt.</p>

	<p>Wenn man sich also ihre Fachgebiete und T&#228;tigkeitsbereiche so ansieht, tut man wohl Recht daran, stark zu bezweifeln, dass es beim ihrem aktuellen Netzsperren-Vorsto&#223; &#8220;nur um die Kinder&#8221; geht.</p>

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		<title>Verk&#246;hlert</title>
		<link>http://www.unpolitik.de/2010/02/18/verkoehlert/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 09:30:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern hat Horst K&#246;hler das &#8220;Gesetz zur Bek&#228;mpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen&#8221; unterschrieben. Eigentlich h&#228;tte er das schon im November tun sollen, hatte damals aber verfassungsrechtliche Bedenken und nach weiterer Stellungnahme verlangt. Wie ist also nun der Status Quo? Da liegt ein Gesetz herum, welches ausschlie&#223;lich f&#252;r Wahlkampfdemagogie zusammengest&#252;mpert wurde, wie sogar Dr. Wolfgang Sch&#228;uble [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Gestern hat Horst K&#246;hler das &#8220;Gesetz zur Bek&#228;mpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen&#8221; unterschrieben. Eigentlich h&#228;tte er das schon im November tun sollen, hatte damals aber verfassungsrechtliche Bedenken und nach weiterer Stellungnahme verlangt.</p>

	<p>Wie ist also nun der Status Quo?</p>

	<p>Da liegt ein Gesetz herum, welches ausschlie&#223;lich f&#252;r Wahlkampfdemagogie zusammengest&#252;mpert wurde, wie sogar <a href="http://www.focus.de/digital/computer/parteien-schaeuble-beharrt-auf-internet-reglementierung_aid_443494.html">Dr. Wolfgang Sch&#228;uble im Oktober letzten Jahres zugab</a>. Ein Gesetz, welches selbst diejenigen, die damals teils vehement daf&#252;r argumentiert und intrigiert haben, nun gar nicht mehr wollen. Ein Gesetz, welches Laut Regierung nicht so angewendet werden sollte wie es formuliert war (&#228;hm, bitte was?), sondern ruhen gelassen werden sollte. Ein Gesetz &#252;ber welches die <span class="caps">FDP</span> in Person von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger  Stunden vor der Unterzeichnung noch sagte: &#8220;Dieses Gesetz wird es mit uns nicht geben!&#8221;</p>

	<p>Nun hat Herr K&#246;hler das Gesetz unterschrieben und der Regierung passt das &#252;berhaupt nicht in den Kram. Ich interpretiere die Unterschrift zu diesem Zeitpunkt so, dass unser Bundespr&#228;sident eine Ohrfeige in Richtung (Ex-)Regierung austeilen wollte, ein bewusstes Anprangern schlechter Arbeit, eine Aufforderung sorgf&#228;ltiger zu arbeiten. Dies entnehme ich der <a href="http://bundespraesident.de/Journalistenservice/Pressemitteilungen-,11107.662222/Ausfertigung-des-Gesetzes-zur-.htm?global.back=/Journalistenservice/-%2c11107%2c0/Pressemitteilungen.htm%3flink%3dbpr_liste#top">Formulierung seiner Pressemitteilung</a>, die von &#8220;keinen <strong>durchgreifenden</strong> verfassungsrechtlichen Bedenken&#8221; spricht. Bedenken gibt es also schon noch. Auch die Formulierung, dass der Bundespr&#228;sident jetzt auf Basis dieses Gesetzes einen &#8220;nachhaltigen und effektiven Kampf&#8221; gegen die Kinderpornographie im Internet erwarte, l&#228;sst eine gewisse S&#252;ffisanz heraush&#246;ren.</p>

	<p>Ein weiterer Grund f&#252;r die Unterschrift ist nat&#252;rlich, dass das Gesetz nur so wieder aufgehoben werden kann. Die Oppositionsparteien haben auch schon ein Aufhebungsgesetz vorbereitet, durch welches das Zugangserschwerungsgesetz wieder in der Versenkung verschwinden k&#246;nnte. An und f&#252;r sich auch f&#252;r die Regierungskoalition eine gute Sache, aber nun m&#252;sste sie einem Vorschlag der Opposition zustimmen, der ein Gesetz zunichte macht, welches sehr eng mit Ursula von der Leyen verkn&#252;pft ist &#8211; einer Spitzenkraft der <span class="caps">CDU</span>. Obwohl das Gesetz also niemand mehr will, kann man sich darauf gefasst machen, dass um die Aufhebung noch einiges an Hickhack passieren wird.</p>

	<p>Aufgehoben werden muss es allerdings. Durch die Unterschrift des Bundespr&#228;sidenten tritt es n&#228;mlich in Kraft und so sehr die Regierung es auch kleinreden m&#246;chte, Gesetz ist Gesetz und muss angewendet werden.</p>

	<p>Hat die deutsche Politik aus dieser Misere etwas gelernt? Anscheinend nicht, denn derweil wird von allen m&#246;glichen Seiten nach einem &#8220;L&#246;schgesetz&#8221; verlangt. Ein Gesetz, welches mindestens die gleichen M&#246;glichkeiten zu handwerklichem und verfassungsrechtlichem Pfusch und bietet, vor allem aber ein Gesetz welches nicht gebraucht wird. Einen Hoster/Provider zur L&#246;schung illegaler Inhalte auffordern, darf n&#228;mlich <strong>jeder</strong> auch jetzt schon.</p>

	<p>Kann mal jemand &#8220;Subsidiarit&#228;tsprinzip&#8221; googlen und ausdrucken?</p>
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		<title>Hexenj&#228;ger</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 18:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im folgenden die &#220;bersetzung eines Artikels von Cory Doctorow: Von einer, der britischen Labour-Regierung nahe stehenden, Quelle bekam ich zuverl&#228;ssige Informationen &#252;ber die radikalsten Copyright Vorschl&#228;ge, die ich je gesehen habe. Staatssekret&#228;r Peter Mandelson plant &#196;nderungen am &#8216;Digital Economy&#8217;-Gesetz, welches sich zur Zeit zur Debatte im Parlament befindet. Diese &#196;nderungen erteilen dem Staatssekret&#228;r (Mandelson &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Im folgenden die &#220;bersetzung eines <a href="http://www.boingboing.net/2009/11/19/breaking-leaked-uk-g.html">Artikels von Cory Doctorow</a>: </strong></p>

	<p>Von einer, der britischen Labour-Regierung nahe stehenden, Quelle bekam ich zuverl&#228;ssige Informationen &#252;ber die radikalsten Copyright Vorschl&#228;ge, die ich je gesehen habe.</p>

	<p>Staatssekret&#228;r Peter Mandelson plant &#196;nderungen am &#8216;Digital Economy&#8217;-Gesetz, welches sich zur Zeit zur Debatte im Parlament befindet. Diese &#196;nderungen erteilen dem Staatssekret&#228;r (Mandelson &#8211; oder seinem Nachfolger in der n&#228;chsten Regierung) die Befugnis, &#8216;Secondary Legislation&#8217; (Gesetze, die ohne Debatte verabschiedet werden) zur Erg&#228;nzung der Bestimmungen des &#8216;Copyright, Designs and Patents Act&#8217; von 1988 zu schaffen.</p>

	<p>Das bedeutet, dass ein nicht gew&#228;hlter Beamter, ohne Kontrolle oder Debatte durch das Parlament, in der Lage w&#228;re zu tun was er f&#252;r notwendig erachtet, vorausgesetzt, es geschieht im Namen des Urheberrechtsschutzes. Mandelson begr&#252;ndet dies folgenderma&#223;en:</p>

	<p>1. Der Staatssekret&#228;r w&#228;re befugt, neue Rechtsmittel zur Bek&#228;mpfung von Online-Rechtsverst&#246;&#223;en einf&#252;hren. (Zum Beispiel k&#246;nnte er Gef&#228;ngnisstrafen f&#252;r Filesharing schaffen oder eine &#8216;Three Strikes&#8217;-Regelung einf&#252;hren, die ganze Familien ihren Internet-Zugang kosten kann, wenn einem Mitglied eine Zuwiderhandlung zur Last gelegt wird)</p>

	<p>2. Der Staatssekret&#228;r w&#252;rde die Befugnis bekommen, Verfahren zur Rechte&#252;bertragung zu schaffen um Rechteinhaber vor Online-Urheberrechtsverletzungen zu sch&#252;tzen. (Zum Beispiel k&#246;nnten so Plattenfirmen und Filmstudios Befugnisse von Ermittlungs- und Strafverfolgungsbeh&#246;rden bekommen, die es ihnen erm&#246;glichen, ISPs, Bibliotheken, Firmen und Schulen zu zwingen, pers&#246;nliche Informationen &#252;ber Internet-Nutzer herauszugeben und Benutzer vom Netz zu trennen, Websites zu entfernen, URLs zu blocken, etc.)</p>

	<p>3. Der Staatssekret&#228;r w&#228;re befugt, &#8216;Pflichten, Zust&#228;ndigkeiten und Funktionen jedwedem aufzuerlegen, der Online-Urheberrechtsverletzungen erm&#246;glicht&#8217; (Zum Beispiel k&#246;nnten Internet-Anbieter gezwungen werden ihre Benutzer auszuspionieren oder jegliche von Usern generierte Inhalte von Anw&#228;lten pr&#252;fen zu lassen, bevor sie online freigegeben werden. Auch k&#246;nnten &#8216;Copyright&#8217;-Milizen, mit der Befugnis das Urheberrecht im Internet zu kontrollieren, gebildet werden.)</p>

	<p>Mandelson hat es auch auf Websites wie <a href="http://www.yousendit.com/">YouSendIt</a> und andere Dienste abgesehen, die es auf einfache Weise erm&#246;glichen, privat gro&#223;e Dateien zu verschicken. (Ich nutze YouSendIt um w&#228;hrend der Produktion Podcasts zwischen meinem Sound-Editor und mir hin und her zu schicken). Genau wie Viacom, m&#246;chte er sie dazu zwingen, die M&#246;glichkeit abzuschalten, dass die Nutzer ihre Uploads privat halten k&#246;nnen, da diese &#8216;privacy flags&#8217; urheberrechtsverletzende Dateien vor den Augen der Kontrolleure verbergen k&#246;nnten.</p>

	<p>Schlimmeres habe ich noch nie gesehen, Leute. Das ist eine Kriegserkl&#228;rung der Entertainment-Industrie und ihrer gekaperten Regulierungsbeh&#246;rden gegen die Grunds&#228;tze der freien Meinungs&#228;u&#223;erung, der Privatsph&#228;re, der Versammlungsfreiheit, der Unschuldsvermutung, und des Wettbewerbs.</p>

	<p>Mit diesem Gesetzesvorschlag wird das Amt eines General-Piratensuchers geschaffen, der die Macht besitzt, Milizen zu ernennen, die &#252;ber dem Gesetz stehen, der in jedem Winkel eures Lebens herumschn&#252;ffeln darf, der euch von Familie, Beruf, Ausbildung und Regierung trennen kann und der euch Geld- oder Gef&#228;ngnisstrafen auferlegen kann.</p>

	<p>Ich bin ich sicher mehr Informationen werden folgen, sobald Open Rights Gruppen und anderen Organisationen zu diesem Thema aktiv werden. In der Zwischenzeit erz&#228;hlt davon jedem Briten, den ihr kennt. Wenn wir dies nicht stoppen, ist das der Anfang vom Ende f&#252;r das Internet in Gro&#223;britannien.</p>

	<p>Cory Doctorow, 19.11.2009, <a href="http://www.boingboing.net">boinboing</a></p>
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		<title>&#220;berwachungsstaat</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 00:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Begriff &#220;berwachungsstaat ist negativ belegt, bezeichnet er doch gemeinhin die ungerechtfertigte &#220;berwachung der B&#252;rger eines Staats durch ihre Regierung und die zugeh&#246;rigen Apparate. Der Staat, das ist aber eigentlich nicht die Regierung eines Landes, auch wenn sie sich meist daf&#252;r h&#228;lt, sondern die Gesamtheit der B&#252;rger eines Landes. Also: L&#8217;etat c&#8217;est nous! Wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Der Begriff &#220;berwachungsstaat ist negativ belegt, bezeichnet er doch gemeinhin die ungerechtfertigte &#220;berwachung der B&#252;rger eines Staats durch ihre Regierung und die zugeh&#246;rigen Apparate. Der Staat, das ist aber eigentlich nicht die Regierung eines Landes, auch wenn sie sich meist daf&#252;r h&#228;lt, sondern die Gesamtheit der B&#252;rger eines Landes. Also: L&#8217;etat c&#8217;est nous!</p>

	<p>Wenn man den Begriff &#8216;&#220;berwachungsstaat&#8217; nun mit dieser Pr&#228;misse betrachtet, ergeben sich einige interessante Perspektiven. Wie ich <a href="http://www.unpolitik.de/2009/04/08/spd-und-labour-gemeinsam/">an anderer Stelle</a> schon anmerkte, braucht &#8220;Neue Demokratie&#8221; auch neue &#246;ffentliche Kontrolle, denn wenn irgendjemand &#252;berwacht werden muss, dann ist es das Kabinett, die Parlamentarier, die Politiker mit Regierungs- und die mit Oppositionsverantwortung. Kurz &#8211; die Regierigen.</p>

	<p>Auf der reboot in Kopenhagen hatte ich dazu eine Idee, die ich hiermit zur Verf&#252;gung stellen und somit eine eventuelle Realisierung crowdsourcen m&#246;chte. Ich schlage ein Projekt <strong>&#8220;PolitPapparazzi.de&#8221;</strong> vor. Eine Web-Community, die es sich zur Aufgabe macht, unserer politischen Elite auf die Finger zu schauen. Eine Community, die s&#228;mtliche Informationen &#252;ber s&#228;mtliche Kabinettsmitglieder, Parlamentarier und Staatssekret&#228;re sammelt, die zur Zeit so gerne unser Grundgesetz und unsere Reste von Demokratie verbocken. Eine Community, in der die User eintragen k&#246;nnen wann sie welchen Politiker wo gesehen haben. Bei welcher Veranstaltung oder bei welchem Essen mit irgendwelchen Lobbyisten. In welchen Artikeln im Web oder in Zeitungen welcher Politiker erw&#228;hnt oder zitiert wird. Links zu Videos, Fotos und Soundbites. Weiterhin alle &#246;ffentlich erh&#228;ltlichen Daten, wie ehemalige oder noch aktuelle Jobs, Aufsichtsratsmandate und so weiter.</p>

	<p>Also genau die Informationen, die den B&#252;rgern eigentlich vom Bund selber &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht werden m&#252;ssten.</p>

	<p>Im Idealfall ergibt sich so ein recht dichtes Bild &#252;ber Aktionen und Meinungs&#228;u&#223;erungen der etablierten politischen Kaste.</p>

	<p>Es handelt sich dabei um ein Projekt mit gewaltigem Arbeitsaufwand, der aber durch eine offene und engagierte Community durchaus zu leisten ist.</p>

	<p>Auf diese Art k&#246;nnen wir versuchen der etablierten politischen Gesellschaft klar zu machen was es bedeutet von allen m&#246;glichen Seiten &#252;berwacht zu werden.</p>

	<p>Auf diese Art k&#246;nnte man ihnen entgegenrufen: &#8220;Ihr wollt einen &#220;berwachungsstaat? Den k&#246;nnt ihr haben!&#8221;</p>

	<p><span class="caps">PS </span>Kurze nachtr&#228;gliche Anmerkung: politpaparazzi.de ist vergeben, politpapparazzi.de w&#228;re falsch geschrieben, aber es geht auch gar nicht um den Domainnamen, der steht da nur exemplarisch. .org oder .net g&#228;be es ja zum Beispiel noch. Oder vielleicht w&#228;re ja auch politparazzi.de geeigneter oder quiscustodiet.de.</p>
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		<title>Wer nichts zu verbergen hat&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 00:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<description><![CDATA[...hat nichts zu bef&#252;rchten. Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird. Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>...hat nichts zu bef&#252;rchten.</p>

	<p>Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird.</p>

	<p>Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es davon ausgeht man m&#252;sse sich gegen &#220;berwachung und Kontrolle rechtfertigen. Wer sich aber nat&#252;rlich rechtfertigen muss, ist in einem Rechtsstaat immer der &#220;berwachende.<br />
<blockquote>Je mehr alte soziale Strukturen, die Sicherheit gaben, verschwinden, desto mehr kommt dem Staat die Aufgabe zu, f&#252;r Sicherheit und damit auch f&#252;r Zusammenhalt zu sorgen. Wir brauchen institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t und Bindungslosigkeit.<br />
<quelle>Wolfgang Sch&#228;uble, 15.11.2008, Welt Online</quelle></blockquote></p>

	<p>Eine gro&#223;e soziale Struktur f&#252;r <em>&#8220;Sicherheit&#8221;</em> ist ja uns ja mit dem Zusammenbruch der <span class="caps">DDR</span> abhanden gekommen, aber wie gro&#223;artig staatliche <em>&#8220;institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t&#8221;</em> funktionieren, zeigt sich ja durch die teilweise oder g&#228;nzlich in staatlicher Hand befindlichen Gro&#223;konzerne Telekom und die Deutsche Bahn beinahe jeden Tag aufs Neue.</p>

	<p>Auf legislativer Seite ist in Deutschland eine Initiative aus dem Familienministerium aktuell. Der Entwurf des <em>&#8220;Gesetzes zur Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie im Internet&#8221;</em> enth&#228;lt neben Formulierungen, die eine deutliche Zensurbestrebung vermuten lassen, aber noch andere Teile. Frau Ursula &#8220;Eine Auswertung der Internetkommunikation findet nicht statt.&#8221; von der Leyens Beteuerungen zum Trotz ist mit dem Gesetzesentwurf neben einer &#8220;Zugangserschwerung&#8221; auch eine &#220;berwachung vorgesehen. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums hat das in einem <a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Regierung-erwaegt-Echtzeitueberwachung-der-Stoppschild-Zugriffe--/meldung/136769">Interview mit heise</a> mal ganz freim&#252;tig erkl&#228;rt.</p>

	<p><blockquote>Die auf den Stopp-Server zulaufenden Anfragen, also zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzers, werden als Kopie live an eine &#220;berwachungsanlage der Strafverfolgungsbeh&#246;rde ausgeleitet und dort verarbeitet[...]aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erf&#252;llt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begr&#252;ndet daher den f&#252;r strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht.<br />
<quelle>Ulrich Staudigl, Bundesministerium der Justiz</quelle></blockquote></p>

	<p>Ohne hier auf seine Nutzlosigkeit f&#252;r die Bek&#228;mpfung des dokumentierten Kindesmissbrauchs einzugehen, bleibt das Gesetz in seiner jetzigen Form ein &#220;berwachungsgesetz &#8211; und zwar ein extern nicht kontrollierbares. Man darf das Gesetz auch nicht isoliert sehen, so schwer es bei der vorgeschobenen Thematik Kinderpornographie auch f&#228;llt, sondern als Teil einer gr&#246;&#223;eren Initiative zu mehr &#220;berwachung. So bitter es sich auch anh&#246;rt, hier wird der Kindesmissbrauch einfach nur als <a href="http://www.naomiklein.org/shock-doctrine/reviews/highlights">Schock-Vorwand</a> f&#252;r einen weiteren Ausbau der &#220;berwachungsgesetze instrumentalisiert.</p>

	<p>Mit etwas mehr Abstand betrachtet sieht man dann allerdings genau wie sich das Gesetz in eine Phalanx an &#220;berwachungs- und Kontrollgesetzen einf&#252;gt. Im Gesetzesentwurf wird explizit offen gelassen wie die Umleitung von Adressen auf das ber&#252;chtigte Stoppschild von statten gehen soll und es werden auch schon Stimmen laut, die Hybridmechanismen auf Basis von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Proxy_server#Content-filtering_web_proxy">Zwangsproxies</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Routingtabelle">Routingtabellen</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_packet_inspection">Deep Packet Inspection</a> fordern. Im schlimmsten Fall w&#252;rde das Gesetz so das Instrumentarium f&#252;r eine zentrale Vorratsdatenspeicherung der Besucher ausgew&#228;hlter Webseiten bedeuten.</p>

	<p>Der Ausbau der &#220;berwachungs- und Kontrollgesetze ist allerdings kein auf Deutschland begrenztes Ph&#228;nomen. Wenn man einmal ein wenig nachforscht findet man heraus, dass dieser Umbau zum &#220;berwachungsstaat auf einem langfristigen Plan fu&#223;t, der mit den Antiterrorgesetzen im Zuge des 11. Septembers 2001 begann und seitdem auf EU-Ebene intensiv vorangetrieben worden ist. Die aktuell treibende Kraft hinter diesen Gesetzen ist die <a href="http://www.heise.de/newsticker/Schaeuble-stellt-Weichen-fuer-kuenftige-EU-Innenpolitik--/meldung/89999">Future Group</a>, die 2007 von Dr. Wolfgang Sch&#228;uble unter der deutschen EU-Ratspr&#228;sidentschaft einberufen wurde. Die Gruppe will in diesem Herbst das <a href="http://www.statewatch.org/future-group.htm">Stockholmer Programm</a> verabschieden, in dem Schritte vorgegeben werden, die deutlich an totalit&#228;re Polizeistaaten erinnern.</p>

	<p>Zu den Punkten des Stockholmer Programms, welches dann von EU-Ebene aus durchgesetzt w&#252;rde, geh&#246;ren unter anderem:<br />
<ul></p>
	<p><li> Vorratsdatenspeicherung</li><br />
<li> grenz&#252;berschreitende Online-Durchsuchung</li><br />
<li> paramiliti&#228;rische europ&#228;ische Polizeitruppe</li><br />
<li> automatisierte Rasterfahndung</li><br />
<li> europaweite Positions&#252;berwachung von Mobiltelefonen</li><br />
</ul></p>

	<p><a href="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/ECLN_statement_on_Stockholm_Programme.pdf">Informiert euch, warnt und protestiert. Wo ihr nur k&#246;nnt.</a></p>

	<p>Nur weil eine totale &#220;berwachung auf digitaler Basis leichter f&#228;llt als in der physischen Welt, ist ihre Monstr&#246;sit&#228;t um keinen Deut geringer.</p>
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