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	<title>UnPolitik.de &#187; Stockholm Programm</title>
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	<description>Weil es zu gefährlich ist, nichts zu sagen.</description>
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		<title>Wer nichts zu verbergen hat&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 00:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Überwachungsstaat]]></category>
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		<description><![CDATA[...hat nichts zu bef&#252;rchten. Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird. Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>...hat nichts zu bef&#252;rchten.</p>

	<p>Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird.</p>

	<p>Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es davon ausgeht man m&#252;sse sich gegen &#220;berwachung und Kontrolle rechtfertigen. Wer sich aber nat&#252;rlich rechtfertigen muss, ist in einem Rechtsstaat immer der &#220;berwachende.<br />
<blockquote>Je mehr alte soziale Strukturen, die Sicherheit gaben, verschwinden, desto mehr kommt dem Staat die Aufgabe zu, f&#252;r Sicherheit und damit auch f&#252;r Zusammenhalt zu sorgen. Wir brauchen institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t und Bindungslosigkeit.<br />
<quelle>Wolfgang Sch&#228;uble, 15.11.2008, Welt Online</quelle></blockquote></p>

	<p>Eine gro&#223;e soziale Struktur f&#252;r <em>&#8220;Sicherheit&#8221;</em> ist ja uns ja mit dem Zusammenbruch der <span class="caps">DDR</span> abhanden gekommen, aber wie gro&#223;artig staatliche <em>&#8220;institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t&#8221;</em> funktionieren, zeigt sich ja durch die teilweise oder g&#228;nzlich in staatlicher Hand befindlichen Gro&#223;konzerne Telekom und die Deutsche Bahn beinahe jeden Tag aufs Neue.</p>

	<p>Auf legislativer Seite ist in Deutschland eine Initiative aus dem Familienministerium aktuell. Der Entwurf des <em>&#8220;Gesetzes zur Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie im Internet&#8221;</em> enth&#228;lt neben Formulierungen, die eine deutliche Zensurbestrebung vermuten lassen, aber noch andere Teile. Frau Ursula &#8220;Eine Auswertung der Internetkommunikation findet nicht statt.&#8221; von der Leyens Beteuerungen zum Trotz ist mit dem Gesetzesentwurf neben einer &#8220;Zugangserschwerung&#8221; auch eine &#220;berwachung vorgesehen. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums hat das in einem <a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Regierung-erwaegt-Echtzeitueberwachung-der-Stoppschild-Zugriffe--/meldung/136769">Interview mit heise</a> mal ganz freim&#252;tig erkl&#228;rt.</p>

	<p><blockquote>Die auf den Stopp-Server zulaufenden Anfragen, also zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzers, werden als Kopie live an eine &#220;berwachungsanlage der Strafverfolgungsbeh&#246;rde ausgeleitet und dort verarbeitet[...]aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erf&#252;llt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begr&#252;ndet daher den f&#252;r strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht.<br />
<quelle>Ulrich Staudigl, Bundesministerium der Justiz</quelle></blockquote></p>

	<p>Ohne hier auf seine Nutzlosigkeit f&#252;r die Bek&#228;mpfung des dokumentierten Kindesmissbrauchs einzugehen, bleibt das Gesetz in seiner jetzigen Form ein &#220;berwachungsgesetz &#8211; und zwar ein extern nicht kontrollierbares. Man darf das Gesetz auch nicht isoliert sehen, so schwer es bei der vorgeschobenen Thematik Kinderpornographie auch f&#228;llt, sondern als Teil einer gr&#246;&#223;eren Initiative zu mehr &#220;berwachung. So bitter es sich auch anh&#246;rt, hier wird der Kindesmissbrauch einfach nur als <a href="http://www.naomiklein.org/shock-doctrine/reviews/highlights">Schock-Vorwand</a> f&#252;r einen weiteren Ausbau der &#220;berwachungsgesetze instrumentalisiert.</p>

	<p>Mit etwas mehr Abstand betrachtet sieht man dann allerdings genau wie sich das Gesetz in eine Phalanx an &#220;berwachungs- und Kontrollgesetzen einf&#252;gt. Im Gesetzesentwurf wird explizit offen gelassen wie die Umleitung von Adressen auf das ber&#252;chtigte Stoppschild von statten gehen soll und es werden auch schon Stimmen laut, die Hybridmechanismen auf Basis von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Proxy_server#Content-filtering_web_proxy">Zwangsproxies</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Routingtabelle">Routingtabellen</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_packet_inspection">Deep Packet Inspection</a> fordern. Im schlimmsten Fall w&#252;rde das Gesetz so das Instrumentarium f&#252;r eine zentrale Vorratsdatenspeicherung der Besucher ausgew&#228;hlter Webseiten bedeuten.</p>

	<p>Der Ausbau der &#220;berwachungs- und Kontrollgesetze ist allerdings kein auf Deutschland begrenztes Ph&#228;nomen. Wenn man einmal ein wenig nachforscht findet man heraus, dass dieser Umbau zum &#220;berwachungsstaat auf einem langfristigen Plan fu&#223;t, der mit den Antiterrorgesetzen im Zuge des 11. Septembers 2001 begann und seitdem auf EU-Ebene intensiv vorangetrieben worden ist. Die aktuell treibende Kraft hinter diesen Gesetzen ist die <a href="http://www.heise.de/newsticker/Schaeuble-stellt-Weichen-fuer-kuenftige-EU-Innenpolitik--/meldung/89999">Future Group</a>, die 2007 von Dr. Wolfgang Sch&#228;uble unter der deutschen EU-Ratspr&#228;sidentschaft einberufen wurde. Die Gruppe will in diesem Herbst das <a href="http://www.statewatch.org/future-group.htm">Stockholmer Programm</a> verabschieden, in dem Schritte vorgegeben werden, die deutlich an totalit&#228;re Polizeistaaten erinnern.</p>

	<p>Zu den Punkten des Stockholmer Programms, welches dann von EU-Ebene aus durchgesetzt w&#252;rde, geh&#246;ren unter anderem:<br />
<ul></p>
	<p><li> Vorratsdatenspeicherung</li><br />
<li> grenz&#252;berschreitende Online-Durchsuchung</li><br />
<li> paramiliti&#228;rische europ&#228;ische Polizeitruppe</li><br />
<li> automatisierte Rasterfahndung</li><br />
<li> europaweite Positions&#252;berwachung von Mobiltelefonen</li><br />
</ul></p>

	<p><a href="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/ECLN_statement_on_Stockholm_Programme.pdf">Informiert euch, warnt und protestiert. Wo ihr nur k&#246;nnt.</a></p>

	<p>Nur weil eine totale &#220;berwachung auf digitaler Basis leichter f&#228;llt als in der physischen Welt, ist ihre Monstr&#246;sit&#228;t um keinen Deut geringer.</p>
 <span class="post-twitter" ><a href="http://twitter.com/home?status=Reading%20%20%22Wer%20nichts%20zu%20verbergen%20hat...%22%20http%3A%2F%2Ftinyurl.com%2Fcpe3ys" title="Tweet it" rel="nofollow">Tweet it</a></span> <p><a href="http://www.unpolitik.de/?flattrss_redirect&amp;id=290&amp;md5=c85fddb6ae4cfdf1d6e7176e636768d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.unpolitik.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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