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	<title>UnPolitik.de &#187; Parabel</title>
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	<description>Weil es zu gefährlich ist, nichts zu sagen.</description>
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		<title>Mehlfilter</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 11:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine kurze Parabel vom Mehl. Der Markt f&#252;r Mehl entzieht sich zu gro&#223;en Teilen einer zentralen Kontrolle. Mehlhersteller produzieren wo und wie sie wollen und die Menschen konsumieren Mehl auch einfach wo und wie sie wollen. Sie backen Brot mit Mehl, sie backen Kuchen, sie kochen Saucen mit klassischer Mehlschwitze. Sie kaufen Biomehl, Weizenmehl, Maismehl, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Eine kurze Parabel vom Mehl.</p>

	<p>Der Markt f&#252;r Mehl entzieht sich zu gro&#223;en Teilen einer zentralen Kontrolle. Mehlhersteller produzieren wo und wie sie wollen und die Menschen konsumieren Mehl auch einfach wo und wie sie wollen. Sie backen Brot mit Mehl, sie backen Kuchen, sie kochen Saucen mit klassischer Mehlschwitze. Sie kaufen Biomehl, Weizenmehl, Maismehl, Vollkornmehl und manche Leute mahlen ihr Mehl sogar selber. Es macht einen ganz bestimmten Kontroll-Freak aber vollkommen wahnsinnig, dass er den Mehlmarkt nicht komplett kontrollieren kann. Und gl&#252;cklicherweise stellt sich pl&#246;tzlich heraus, dass in einer verschwindend geringen Menge an Mehlpackungen eine minimale Menge Kokain enthalten ist. Wie das Kokain dort hinein gekommen ist? Man wei&#223; es nicht genau. Es sind verschwindend geringe Mengen, die mit dem Mehlmarkt an sich wenig zu tun haben. Ein regelrechter Kokainhandel &#252;ber das Mehlregal im Supermarkt findet nicht statt. Kokain wird eben nach wie vor von Drogendealern verkauft und auf <span class="caps">VIP</span>-Partys konsumiert.<br />
Nun startet jedoch eine Kampagne gegen das Kokain im Mehl. Man macht in breitester &#214;ffentlichkeit Front gegen Kokain, deutet anklagend auf das Mehlregal und fordert den Zugang zu Kokain-Mehl zu unterbinden. Das ist allerdings nicht ganz so einfach, denn Kokain l&#228;sst sich in Mehl recht gut verstecken. Die Kontrollstelle hat aber Drogensp&#252;rhunde, die in der Lage sind in s&#228;mtlichen Mehlregalen in vielen M&#228;rkten einen Teil der Packungen herauszufinden, die mit Kokain belastet sind. Ab und zu schlagen die Hunde auch bei unbelasteten Packungen an, aber das l&#228;sst sich halt nicht vermeiden. Diese Packungen werden nun mit einer, nur von Mehlfilter-Beamten erkennbaren, Markierung versehen. Ansonsten wird niemandem gesagt um welche Packungen es sich handelt. Nicht nur das, man verbietet auch anderen Kokaingegnern mit Drogenhunden zu arbeiten oder die Markierungen sichtbar zu machen. Nun regt sich unter den Mehlkonsumenten Unmut und Unverst&#228;ndnis, man kontert aber mit der Aussage, dass es ja nur darum gehe, den Zugriff auf Kokain zu erschweren um so die gesamte Kokain-Industrie austrocknen zu k&#246;nnen. Und au&#223;erdem sei Kokain so suchterzeugend, dass man abh&#228;ngig werde sobald man eine belastete Mehlpackung nur &#246;ffne.<br />
Vor die Kassen der Mehl-Superm&#228;rkte stellt man nun Mehlfilter-Beamte auf, die nach den verborgenen Markierungen auf den Mehlpackungen suchen und mich gegebenenfalls davor warnen, zur Kasse zu gehen. Ist ja alles nicht so schlimm, die Beamten haben zwar ein ernstes Gesicht, bleiben aber h&#246;flich und man stellt die Packung dann einfach wieder zur&#252;ck ins Regal und nimmt sich ein anders Mehl. &#196;hm, Moment mal&#8230; zur&#252;ck ins Regal? Wieso werden denn die identifizierten Packungen nicht einfach schon vorher aus dem Regal genommen? Dann w&#228;ren sie weg und niemand k&#246;nnte mehr nach ihnen greifen. Das w&#228;re alles nicht so einfach, hei&#223;t es, und au&#223;erdem tue man ja so wenigstens was gegen Kokain und man sei doch nicht etwa f&#252;r freien Zugriff auf Kokain, oder?<br />
Viele geben sich damit zufrieden, denn es geht ja gegen Kokain und wenn da die Verteilung erschwert wird, wer will da schon protestieren? Die Tatsache, dass Kokain eigentlich auf ganz anderen Wegen gehandelt wird stellt kaum noch jemand zur Diskussion. Eine Anti-Kokain-Marionette verspricht auch in aller &#214;ffentlichkeit, dass da niemand kriminalisiert werden soll, man wolle ja nur die Menschen sch&#252;tzen. Wer aus Versehen zur einer Mehlpackung mit Kokain greife, habe nichts zu bef&#252;rchten. Die breite &#214;ffentlichkeit setzt sich beruhigt zur&#252;ck auf die Couch und schaut weiter Fernsehen. Nun wird es aber akut mit der Mehlkontrolle, die genauen Regelungen werden in Worte gegossen und siehe da, es liest sich alles ein wenig anders. Sobald jemand seine Hand auf eine unsichtbar markierte Mehlpackung im Regal legt, ja selbst wenn man sie nur im Vorbeigehen mit dem Arm streift, wird man vom Drogenhund als Kokain-Junkie verbellt und muss sich einer Untersuchung unterziehen lassen, die nicht nur herausfinden soll ob man schon einmal Kokain konsumiert hat sondern auch ob man vielleicht Kokain konsumieren wollte.<br />
Das macht vielen Menschen gro&#223;e Angst. Wenn das Mehlregal so gef&#228;hrlich ist, gibt es dann keine Alternativen? Sie fangen an auf Mehl zu verzichten. Kaufen k&#252;nstliche Saucenbinder anstatt Mehlschwitze zu nehmen und holen sich Kuchen und Brot in Gro&#223;b&#228;ckereien mit staatlichem G&#252;tesiegel. Es gibt ein paar Unentwegte, die sich privat ihr eigenes Mehl mahlen aber im Gro&#223;en und Ganzen ist der freie Markt f&#252;r Mehl tot.</p>

	<p>Derweil wird weiter Kokain produziert, &#252;ber Drogendealer verkauft und auf <span class="caps">VIP</span>-Partys konsumiert.</p>

	<p>Mehlpackungen aus dem Supermarkt jedoch, fasst keiner mehr an.</p>

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