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	<title>UnPolitik.de &#187; Graduate Response</title>
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	<description>Weil es zu gefährlich ist, nichts zu sagen.</description>
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		<title>Omnia mutantur</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 13:12:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neue Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Content-Mafia]]></category>
		<category><![CDATA[Graduate Response]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man neue Technologien in die freie Wildnis entl&#228;sst, das ist so eine Sache. Sind sie einmal drau&#223;en, hat man keine wirkliche Kontrolle mehr dar&#252;ber was die ganzen Leute dann mit ihr anstellen. Findet in der freien Wildnis nun auch noch eine wildes gegenseitiges Befruchten verschiedenster Technologien statt, werden die Konsequenzen g&#228;nzlich unvorhersagbar. Eine solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Wenn man neue Technologien in die freie Wildnis entl&#228;sst, das ist so eine Sache. Sind sie einmal drau&#223;en, hat man keine wirkliche Kontrolle mehr dar&#252;ber was die ganzen Leute dann mit ihr anstellen. Findet in der freien Wildnis nun auch noch eine wildes gegenseitiges Befruchten verschiedenster Technologien statt, werden die Konsequenzen g&#228;nzlich unvorhersagbar.</p>

	<p>Eine solche Konsequenz enstand aus der Kombination von frei entwickelten Dateiaustausch-Protokollen, immer h&#246;heren Internetbandbreiten und psychoakustischer Kompression. Die Kombination dieser drei Entwicklungen hat den Untergang der traditionellen Musikvertriebsstrukturen eingeleitet. Neue ,Social Media&#8216;-basierte Modelle, zur Empfehlung, Besprechung und neuerdings auch Finanzierung von Musik und die Vereinfachung eines globalen Musikvertriebs f&#252;r jedermann machen die etablierten Musik-Labels in zunehmendem Ma&#223;e &#252;berfl&#252;ssig. Diese Vertreter veralteter Institutionen postulieren ob der eigenen systemimmanenten Bredouille nun gerne mal den Untergang der abendl&#228;ndischen Kultur.</p>

	<p>Das Verhalten dieser etablierten kommerziellen Contentverteiler ist aber nicht neu. Als in England&#160; die ersten Leihbibliotheken entstanden, bei denen man gegen eine Geb&#252;hr B&#252;cher ausleihen konnte, liefen die Verlagsh&#228;user gegen diese Praxis Sturm. Sie versuchten mittels Lobbyismus und medialer Stimmungsmache ein Verbot dieser Leihbibliotheken zu erwirken. Man k&#246;nne doch nicht einfach ein Buch kaufen und es dann an andere verleihen. Wer ein Buch lesen wolle, habe es gef&#228;lligst selber zu kaufen. Wie sonst k&#246;nne sonst sichergestellt werden, dass die Autoren, die Erzeuger wertvollsten Kulturguts, auch in Zukunft von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen? Wenn diese Praxis des Verleihens nicht augenblicklich von Seiten des Gesetzgebers verboten w&#252;rde, sei der Niedergang der abendl&#228;ndischen Kultur abzusehen und man m&#252;sse ernsthaft daran zweifeln ob in Zukunft &#252;berhaupt noch B&#252;cher geschrieben werden k&#246;nnten. Sie konnten sich allerdings mit ihrem Zeter und Mordio nicht durchsetzen, weil die Politik damals der Auffassung war, das Anrecht auf Bildung und Kultur sei h&#246;her zu bewerten als die Profitw&#252;nsche einzelner Rechteverwerter. Wie wir alle wissen hatten die damaligen Verleger aber vollkommen Recht und es wurden seitdem keinerlei B&#252;cher mehr geschrieben&#8230;</p>

	<p>Tauschnetzwerke f&#252;r Kulturg&#252;ter sind keine neue Erfindung. Durch die M&#246;glichkeiten moderner Technik &#228;ndert sich nur die Art und Weise auf die getauscht wird. War der Tausch bei den &#8222;Lending Libraries&#8220; des 18. Jahrhunderts noch an das damals aufw&#228;ndige materielle Gut Buch gebunden, wurden mit der Einf&#252;hrung der ersten Rekorder f&#252;r Kompaktkassetten, Ende der 60er Jahre erstmals die M&#246;glichkeit zum bequemen Kopieren von Musik geschaffen. Kein umst&#228;ndliches Hantieren mit Tonbandrollen und entsprechend gro&#223;en Ger&#228;ten und auch kein blo&#223;es Verleihen mehr, der Kultur-Tausch hatte ein massentaugliches Kopierstadium erreicht.</p>

	<p>Es wurde Musik aus dem Radio aufgenommen, es wurden Platten aufgenommen &#8211; f&#252;r die Familie, f&#252;r Freunde, f&#252;r Bekannte. Es wurden Mixtapes erstellt, eine erste kreative Spielart des Kopierens, erste Playlists,  bei denen auf spezielle Stimmungen und Geschm&#228;cker ausgerichtete Audiokassetten zusammengestellt wurden. Die Qualit&#228;t dieser analogen Aufnahmen kam aber nie an das Original heran. Der Musikindustrie war das alles nat&#252;rlich gar nicht recht und prompt gab es eine entsprechende Kampagne: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Home_Taping_Is_Killing_Music">Home Taping Is Killing Music</a> Auch hier hatten die Rechteverwerter wieder vollkommen Recht &#8211; die Musik wurde get&#246;tet und seit den 80er Jahren ist keine Musik mehr gemacht worden&#8230;</p>

	<p>Heute verf&#252;gt ein gro&#223;er Teil der Menschheit mit Computern, die &#252;ber das Internet vernetzt sind, &#252;ber eine riesige Kopiermaschine, wie es sie noch nie zuvor gab. Und diese Maschine wird nat&#252;rlich auch genau dazu benutzt. Informationen werden wild von einem Rechner zum anderen kopiert. Egal ob eine Email verschickt wird, ein Videotelefonat via Skype gef&#252;hrt, ein Youtube Video geschaut oder ein <span class="caps">DVD</span>-Rip aus einer Tauschb&#246;rse heruntergeladen wird, es passiert nichts anderes, als dass Daten von einem Rechner zu einem anderen kopiert werden. Nun gibt es Bestrebungen, diesen Datenverkehr genauer zu &#252;berwachen. Die Internet Provider sollen jedem ihrer Kunden genau auf die Finger schauen und ihnen, so sie die falschen Daten vom falschen Ort kopieren, ohne Eingriff einer richterlichen Instanz, den Internetanschluss sperren. Der Zugang zum Internet einfach sperren, welcher in Finnland schon zu einem Grundrecht erkl&#228;rt wurde und welcher f&#252;r viele Menschen einen wichtigen Teil ihres Lebens darstellt.</p>

	<p>Wie schon oben erw&#228;hnt, gehen diese aktuellen Ma&#223;nahmen allein auf die Erwartungshaltung und &#196;ngste der etablierten Verteilungsindustrie zur&#252;ck. Wider besseres Wissen wird zum wiederholten Male der drohende Tod der Kultur herbei beschworen, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist.</p>

	<p>Niemals zuvor hatten K&#252;nstler es so einfach ihre Kunst auszu&#252;ben. Niemals zuvor gab es solch eine Bandbreite an k&#252;nstlerischen Ausdrucksm&#246;glichkeiten. Und niemals zuvor in der Geschichte war es derma&#223;en einfach ein Publikum zu finden.</p>

	<p>Gibt es &#252;berhaupt ein Anrecht darauf mit der Schaffung von Kulturg&#252;tern Geld zu verdienen? Nein. Ebensowenig wie es ein Anrecht darauf gibt, mit&#160; &#8216;auf einem Bein an der Stra&#223;enecke herumstehen&#8217; Geld zu verdienen. Die Bejubelung der Top-K&#252;nstler t&#228;uscht allerdings &#252;ber die Tatsache hinweg, dass kommerzieller Erfolg kaum einem K&#252;nstler beschieden ist. Die &#252;berw&#228;ltigende Masse der K&#252;nstler kann, so sie denn &#252;berhaupt Geld mit ihrer Kunst verdienen, nicht davon leben. H&#228;tten K&#252;nstler wie Madonna, Lady Gaga, Robbie Williams und Konsorten es ohne die etablierten alten Strukturen zu solchem finanziellen Erfolg gebracht? Wahrscheinlich nicht, aber Musik h&#228;tten sie auf die ein oder andere Weise sicher trotzdem gemacht.</p>

	<p>Ob es nun um eine Verlagerung der Einnahmen auf Live-Konzerte und &#8216;Special Editions&#8217; geht, um eine generelle Kulturflatrate (vor der mir allerdings schaudert wenn ich lese, dass die Verteilung dieser Abgabe nach dem Muster der <span class="caps">GEMA</span> stattfinden soll) oder um ein bedingungsloses Grundeinkommen, die finanziellen Rahmenbedingung f&#252;r K&#252;nstler ver&#228;ndern sich.</p>

	<p>Ver&#228;nderung an sich ist aber&#160; weder schlecht noch gut, sie passiert einfach. Schlecht oder gut ist nur die Art und Weise, in der man auf Ver&#228;nderung reagiert.</p>

	<p>&#8220;Omnia mutantur, nihil interit.&#8221;, so hei&#223;t es bei Ovid. &#8211; Alles ver&#228;ndert sich, aber nichts vergeht.<em></em></p>
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		<title>Keine 3 Strikes</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 13:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Telekom Paket]]></category>
		<category><![CDATA[Graduate Response]]></category>
		<category><![CDATA[Netzzensur]]></category>

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		<description><![CDATA[In Frankreich ist das &#8220;Graduate Response&#8221;-Gesetz, von dem angenommen wurde, dass es in der Nationalversammlung einfach nur noch durchgewunken w&#252;rde, &#252;berraschend abgelehnt worden. Das Gesetz h&#228;tte es der Privatwirtschaft in Frankreich erlaubt, ohne Beweise antreten zu m&#252;ssen, Grundrechte von B&#252;rgern einzuschr&#228;nken. Dazu gibt es auch weitere Erl&#228;uterungen bei netzpolitik.org und bei futurezone. Gebannt ist die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>In Frankreich ist das &#8220;Graduate Response&#8221;-Gesetz, von dem angenommen wurde, dass es in der Nationalversammlung einfach nur noch durchgewunken w&#252;rde, &#252;berraschend abgelehnt worden.</p>

	<p>Das Gesetz h&#228;tte es der Privatwirtschaft in Frankreich erlaubt, ohne Beweise antreten zu m&#252;ssen, Grundrechte von B&#252;rgern einzuschr&#228;nken.</p>

	<p>Dazu gibt es auch weitere Erl&#228;uterungen bei <a title="3-Strikes in Frankreich (abgelehnt)" href="http://netzpolitik.org/2009/netzpolitik-podcast-076-3-strikes-in-frankreich-abgelehnt/">netzpolitik.org</a> und bei <a title="Nationalversammlung stimmt gegen HADOPI" href="http://futurezone.orf.at/stories/1602192/">futurezone</a>.</p>

	<p>Gebannt ist die Gefahr damit allerdings noch nicht. Im generell sehr kritikw&#252;rdigen EU-Telekom-Paket ist die &#8220;Graduate Response&#8221;-Idee auf dubiose Weise wieder aufgetaucht. Die EU-Kommission hat den Zusatz 138 des Telekom-Pakets vollkommen verdreht. Urspr&#252;nglich sollte der Anhang 138 garantieren, dass Grundrechte nur durch eine gerichtliche Instanz eingeschr&#228;nkt werden k&#246;nnen. In der neuen Version steht jedoch:</p>

	<p><blockquote>no restriction may be imposed on the fundamental rights of end-users, without a prior decision taken by <strong>legally competent authorities</strong></blockquote></p>

	<p>Kein Wort mehr von gerichtlicher Instanz sondern nur noch der &#228;u&#223;erst schwammige Begriff &#8220;legally competent authorities&#8221;.</p>

	<p>Man kann nur hoffen, das die Ablehnung der franz&#246;sischen Spielart von &#8220;3 strikes&#8221; einen deutlichen Eindruck im EU-Parlament hinterl&#228;sst und nicht, wie schon so oft geschehen, national gescheiterte Gesetze &#252;ber die EU doch noch durchgesetzt werden.</p>
 <span class="post-twitter" ><a href="http://twitter.com/home?status=Reading%20%20%22Keine%203%20Strikes%22%20http%3A%2F%2Ftinyurl.com%2Fd6w9up" title="Tweet it" rel="nofollow">Tweet it</a></span> <p><a href="http://www.unpolitik.de/?flattrss_redirect&amp;id=61&amp;md5=5149e8a98dfc879289793deab9e0e34e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.unpolitik.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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