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		<title>Gogolopolis – die Parabel vom neutralen Schienennetz</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 14:13:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein Eisenbahner namens Rene. Rene hat in ganz Telematien die Eisenbahngleise gebaut und betrieb darauf den gesamten Zugverkehr. Nun gut, nicht alle Gleisstrecken, aber schon ziemlich viele. Naja, und eigentlich hat er sie auch nicht von Beginn an gebaut, er hatte Gleise und Z&#252;ge einmal von den Inselbewohner geschenkt bekommen, dann aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Es war einmal ein Eisenbahner namens Rene. Rene hat in ganz Telematien die Eisenbahngleise gebaut und betrieb darauf den gesamten Zugverkehr. Nun gut, nicht alle Gleisstrecken, aber schon ziemlich viele. Naja, und eigentlich hat er sie auch nicht von Beginn an gebaut, er hatte Gleise und Z&#252;ge einmal von den Inselbewohner geschenkt bekommen, dann aber immerhin kr&#228;ftig weitere Gleise und Z&#252;ge gebaut &#8211; mit dem Geld, welches er mit den geschenkten Gleise und Z&#252;gen verdient hat.</p>

	<p>Insgesamt ging es Rene also ziemlich gut, er hat eine Geschenk bekommen, und verdiente damit nun Geld. Seine Kunden, waren mit seinem Service  im Gro&#223;en und Ganzen zufrieden und zahlten daf&#252;r auch angemessene Preise. Ab und zu gab es mal hier und da kleine Probleme, aber eigentlich lief es sehr gut und so h&#228;tte es eigentlich auch bleiben k&#246;nnen. Rene hatte aber eine kleine Schw&#228;che &#8211; er liebte das Geld. Er liebte es mehr als alles andere und konnte einfach nicht genug davon kriegen. Und so schaute Rene nun den ganzen Tag auf seine Gleise und Z&#252;ge, haderte mit seinem Leben und fragte sich, wie er denn wohl noch mehr Geld verdienen k&#246;nne. Da fiel ihm eines Tages eine Sache auf. Aus Telematien reisten sehr viele B&#252;rger nach Gogolopolis, der Hauptstadt des benachbarten Neutralasiens. Wenn sie dort hinreisten, taten sie das &#252;ber ganz bestimmte Strecken, zwar fuhren sie nicht die ganze Strecke bis nach Gogolopolis mit den Z&#252;gen und auf den Gleisen von Rene, aber immerhin doch einen Teil. In Gogolopolis am&#252;sierten sie sich dann, gingen in Bibliotheken, Kunstausstellungen oder ins Kino. Das gab es zwar auch alles in Telematien, aber die Angebote in Gogolopolis waren so viel besser und g&#252;nstiger, dass die Leute lieber dorthin fuhren.</p>

	<p>Nun meinte Rene aber, dass seine Gleise und Z&#252;ge durch die Reisewelle nach Gogolopolis &#252;ber die Geb&#252;hr ausgelastet seien und sprach sogar von Verstopfung.  Er erkannte nicht an, dass seine Kunden einfach nach den Angeboten aus Gogolopolis verlangten und f&#252;r die Reise dorthin ja auch Geld an ihn bezahlten. Rene wollte mehr.</p>

	<p>Gogopolis hatte einen sehr gro&#223;en Bahnhof und in allerlei Richtungen gingen von dort aus Gleise weg. F&#252;r den Anschluss an dieses Gleisnetz zahlte Gogopolis auch einen gro&#223;en Batzen Geld an verschiedenste Eisenbahnbetreiber. Nun kam aber Rene zu ihnen und sagte: &#8220;He ihr da in Gogolopolis! Meine Z&#252;ge werden von Leuten verstopft, die zu euch wollen. Daf&#252;r will ich jetzt Geld von euch haben, ihr belastet damit n&#228;mlich mein Schienennetz.&#8221; Der B&#252;rgermeister von Gogolopolis schaute daraufhin etwas erstaunt. Er seufzte dann und antwortete: &#8220;Lieber Rene, es sind deine Kunden, die zu mir wollen. Wenn das f&#252;r Probleme bei dir sorgt, musst du deinen Kunden mehr Geld berechnen um damit die Gleise und Z&#252;ge auszubauen. Wir zahlen ja f&#252;r den Anschluss ans internationale Schienennetz und zwar gem&#228;&#223; dem internationalen Schienennetzabkommen. Im &#252;brigen sind wir hier in Gogopolis der Meinung, dass jeder seine Reiseziele frei bestimmen k&#246;nnen soll, nur so kann ein wahrhaft freier Reiseverkehr zum Vorteil aller entstehen.&#8221;</p>

	<p>Rene passte diese Antwort gar nicht. Obwohl auch von den B&#252;rgern Telematiens Proteste gegen seine Pl&#228;ne laut wurden, drohte er weiter: &#8220;H&#246;r mal, B&#252;rgermeister von Gogopolis, wenn Du nicht zahlst, dann werde ich auf der Strecke zu euch nur noch kleine und kurze Z&#252;ge einsetzen, dann kommen die Leute nur noch ganz langsam zu euch und ihr werdet sehen, was ihr davon habt.&#8221; Der B&#252;rgermeister wollte sich aber nicht erpressen lassen und antwortete: &#8220;Nein Rene, sowas machen wir nicht mit. Nur weil pl&#246;tzlich alle m&#246;glichen Leute meinen, uns f&#252;r unseren Erfolg Geld abkn&#246;pfen zu m&#252;ssen, hei&#223;t das noch lange nicht, dass diese Forderungen gerechtfertigt w&#228;ren. Wenn du deinen Kunden den Weg zu uns schwieriger machen willst und dich nicht an eine sinnvolle Zusammenarbeit aller Schienennetzbetreiber halten willst, ist das dein Problem.&#8221;</p>

	<p>Rene wurde nach dieser Antwort sehr w&#252;tend. Er hatte geglaubt, eine M&#246;glichkeit gefunden zu haben, schnell und einfach mehr Geld verdienen zu k&#246;nnen, sah sich aber  jetzt dieser M&#246;glichkeit beraubt. In seiner Wut lie&#223; er nun nur noch Bummelz&#252;ge auf kleinen Nebenstrecken nach Gogopolis fahren, so dass die Reisenden nun viel viel l&#228;nger brauchten.</p>

	<p>Die B&#252;rger von Telematien waren darob jedoch etwas ungehalten. Sie z&#252;rnten Rene und murrten: &#8220;Rene, was machst du da? Du hast das Schienennetz und die Z&#252;ge von uns bekommen um f&#252;r gute Reisem&#246;glichkeiten f&#252;r uns alle zu sorgen, egal wohin wir wollen. Zahlen wir dir denn nicht gutes Geld daf&#252;r? Warum l&#228;sst du uns nicht schnell und bequem dorthin reisen, wohin wir gerne wollen?&#8221; Rene wollte davon aber nichts h&#246;ren. Er erkannte nicht, dass er ohne zufriedene Kunden gar kein Geld verdienen konnte und lie&#223; den Verkehr in Richtung Gogolopolis weiter nur tr&#246;pfeln.</p>

	<p>Die B&#252;rger von Telematien wandten sich daraufhin gegen Rene. Die einen suchten andere Wege nach Gogolopolis und fanden sie auch, andere erhoben Klage beim K&#246;nig von Telematien, dass Rene die Aufgabe, f&#252;r die im Gleise und Z&#252;ge einst &#252;berlassen worden waren, nicht so erf&#252;llte wie es ihm anstand. Der K&#246;nig sah dies, trotz Renes Zetern und Wimmern genau so wie die B&#252;rger und verbot ihm, den Verkehr nach Gogolpolis zu beschr&#228;nken. Diejenigen aber, die einmal nach andere Reisem&#246;glichkeiten nach Gogolopolis gesucht und gefunden hatten, kamen nie wieder zu Rene zur&#252;ck und er verdiente f&#252;rderhin weniger Geld als zuvor.</p>

	<p>Und die Moral von der Geschicht&#8217; &#8211; Blockiere uns&#8217;re Wege nicht.</p>
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		<title>Der Blinde Fleck</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 18:41:19 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Blog &#8220;Der Blinde Fleck&#8221; hat auch ein Interview mit mir gemacht. Der blinde Fleck ist das Blog der Initiative Nachrichtenaufkl&#228;rung (INA). Erste Aufgabe der Medien ist, die &#214;ffentlichkeit &#252;ber alle relevanten Ereignisse und Themen zu informieren. Aber nicht immer kommen sie dieser Pflicht nach. Themen, die f&#252;r viele B&#252;rger von Bedeutung sein k&#246;nnten, werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Das Blog <a href="http://www.derblindefleck.de/index.php/2010/07/01/das-netz-hat-die-macht-politisch-aktiv-zu-sein/">&#8220;Der Blinde Fleck&#8221; hat auch ein Interview mit mir gemacht.</a></p>

	<p><blockquote>Der blinde Fleck ist das Blog der <a href="http://www.derblindefleck.de/index.php/uber-die-ina/">Initiative Nachrichtenaufkl&#228;rung</a> (INA).</p>

	<p>Erste Aufgabe der Medien ist, die &#214;ffentlichkeit &#252;ber alle relevanten Ereignisse und Themen zu informieren. Aber nicht immer kommen sie dieser Pflicht nach. Themen, die f&#252;r viele B&#252;rger von Bedeutung sein k&#246;nnten, werden verschwiegen.</p>

	<p>Der blinde Fleck leistet als neues medienkritisches Blog Beitr&#228;ge zur Diskussion des Ph&#228;nomens der Vernachl&#228;ssigung. Augenmerk des Blogs liegt daher nicht auf falscher oder &#252;berfl&#252;ssiger, sondern ausbleibender Information durch die Medien.<br />
</blockquote></p>


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		<title>Habemus Wulffum</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 22:33:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist getan. Der neue Bundespr&#228;sident steht fest. Es ist Christian Wulff, der Kandidat der Regierungskoalition. Ein Spaziergang oder Triumph war die Wahl allerdings wahrlich nicht. Zwar mit absoluter Mehrheit wurde er gew&#228;hlt, der Farblose aus Niedersachsen, aber erst im dritten Wahlgang. Und das, obwohl sich Frau Merkel doch eine Demonstration ihrer Macht und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Es ist getan. Der neue Bundespr&#228;sident steht fest. Es ist Christian Wulff, der Kandidat der Regierungskoalition. Ein Spaziergang oder Triumph war die Wahl allerdings wahrlich nicht.</p>

	<p>Zwar mit absoluter Mehrheit wurde er gew&#228;hlt, der Farblose aus Niedersachsen, aber erst im dritten Wahlgang. Und das, obwohl sich Frau Merkel doch eine Demonstration ihrer Macht und der St&#228;rke der Koalition gew&#252;nscht hatte. Eine Demonstration, die ihre Vorstellung eines Bundespr&#228;sidenten im ersten Wahlgang ohne wenn und aber ins Amt hieven sollte. Aus dieser Demonstration einer gefestigten Machtposition wurde allerdings eine schallende Ohrfeige. Weder im ersten, noch im zweiten Wahlgang erreichte Wulff die notwendigen Stimmen zu einer absoluten Mehrheit und dementsprechend genervt schaute Frau Merkel aus der W&#228;sche. Wer also bestreitet, dass der Regierungskoalition heute ein heftiger Schlag versetzt wurde, den m&#246;chte ich bitten sich die Gesichter der Parteioberen von <span class="caps">CDU</span>, CSU und <span class="caps">FDP</span> nach den ersten beiden Wahlg&#228;ngen noch einmal genau anzuschauen.</p>

	<p>Zum Abschluss seiner Dankesrede sagte Wulff: &#8220;Gott sch&#252;tze unser Land!&#8221; Ein Aufreger ist das indes nicht, K&#246;hler schloss eine erste Wahlrede auch mit mit: &#8220;Ich gr&#252;&#223;e alle Landsleute nah und fern, unsere Nachbarn in Europa und unsere Freunde in der Welt. Gott segne unser Land!&#8221;</p>

	<p>Johannes Rau schloss allerdings, ohne Erw&#228;hnung irgendeines Aberglaubens, mit: &#8220;So sage ich: Ich gr&#252;&#223;e alle Deutschen, ich gr&#252;&#223;e unsere Nachbarn, und ich gr&#252;&#223;e unsere Freunde &#252;berall in der Welt.&#8221; Die Beschw&#246;rungsformel d&#252;rfte bei K&#246;hler und Wulff also einfach dem C in <span class="caps">CDU</span> geschuldet sein.</p>
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		<title>Studipolitblog</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 15:03:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Studipolitblog der HDM Stuttgart hat ein Interview mit mir zum Thema Politik, Blogs und Journalismus gemacht. Das StudiPolitBlog (www.studipolitblog.de) an der Hochschule der Medien in Stuttgart gibt Studierenden seit 2009 die M&#246;glichkeit, politische Themen zu diskutieren. Im Sinne eines weiter gefassten Verst&#228;ndnisses von Politik sind hierunter Themen zu verstehen, die Studierende als Teil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Das Studipolitblog der <span class="caps">HDM </span>Stuttgart hat ein <a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/studipolitblog/2010/06/welche-macht-haben-politische-blogs-%E2%80%93-interview-mit-stefan-graunke-von-unpolitikde/">Interview mit mir zum Thema Politik, Blogs und Journalismus</a> gemacht.</p>


	<p><blockquote>Das StudiPolitBlog (<a href="http://www.studipolitblog.de">www.studipolitblog.de</a>) an der Hochschule der Medien in Stuttgart gibt Studierenden seit 2009 die M&#246;glichkeit, politische Themen zu diskutieren. Im Sinne eines weiter gefassten Verst&#228;ndnisses von Politik sind hierunter Themen zu verstehen, die Studierende als Teil der Gesellschaft deutschlandweit bewegen.</p>

	<p>Das StudiPolitBlog will Kommilitonen dazu ermuntern, ihre pers&#246;nlichen Erfahrungen mit Politik im Studienalltag und am Hochschulort zu schildern und online zur Diskussion zu stellen. Die gut zwei Millionen Studierenden in Deutschland sind hierf&#252;r eine &#228;u&#223;erst relevante gesellschaftliche Zielgruppe.</p>

	<p>Projektpartner des Blogs ist die Stuttgarter Zeitung. Die Idee f&#252;r das Blog wurde in einem Seminar von Professor Dr. Oliver Z&#246;llner zum Thema &#8222;Politische Public Relations: Wahlkampf-PR im Superwahljahr&#8221; entwickelt und wird seither fortgef&#252;hrt.<br />
</blockquote></p>


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		<title>Klare Antwort</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 12:26:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Und? Was halten sie von unserer Regierungskoalition?&#8221; &#8220;Abstand!&#8221; Feel free to Flattr this post at flattr.com, if you like it. Tweet it]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[

	<p><h3>&#8220;Und? Was halten sie von unserer Regierungskoalition?&#8221;<br />
</h3></p>

	<p><h3>&#8220;Abstand!&#8221;</h3></p>


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		<title>Gauckagenda</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 11:07:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine Welle wogt &#252;ber ganz Deutschland, eine Welle, auf der die Kandidatur Joachims Gaucks zum Bundespr&#228;sidenten in immer neue H&#246;hen getragen wird. Er scheint der ideale Kandidat f&#252;r den Posten zu sein, eine staatstragende Gestalt, die dem Amt mit der W&#252;rde und gelebter Erfahrung die n&#246;tige Ehre erweisen k&#246;nnte. Was f&#252;r ein unglaublicher Coup der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Eine Welle wogt &#252;ber ganz Deutschland, eine Welle, auf der die Kandidatur Joachims Gaucks zum Bundespr&#228;sidenten in immer neue H&#246;hen getragen wird. Er scheint der ideale Kandidat f&#252;r den Posten zu sein, eine staatstragende Gestalt, die dem Amt mit der W&#252;rde und gelebter Erfahrung die n&#246;tige Ehre erweisen k&#246;nnte. Was f&#252;r ein unglaublicher Coup der <span class="caps">SPD</span>, eine solche Lichtgestalt auf das Kandidatenparkett geschoben zu haben.</p>

	<p>Wirklich?</p>

	<p>Muss man sich nicht fragen, wieso ausgerechnet die <span class="caps">SPD</span> einen Kandidaten vorschl&#228;gt, der an Konservativismus schwierig zu &#252;berbieten ist, will man die Reihe zur rechtsnationalen Idiotie nicht &#252;berschreiten. Sind da nicht wieder die neoliberalen Kr&#228;fte der <span class="caps">SPD</span> am Werk, die eigentlich zusammen mit ihrem Chefarchitekten der Agenda 2010, Frank-Walter Steinmeier, von der Parteibasis ins Abseits gestellt geh&#246;ren?</p>

	<p>Fast die gesamte Presse scheint sich einig wie sonst nur bei Trivialzielen &#224; la &#8220;Deutschland soll Weltmeister werden&#8221; und auch das Netz st&#246;&#223;t recht geschlossen mit ungewohnter Vehemenz in die Vuvuzela der Gauck-Promotion. Warum ist das so, fragt man sich? Ist es die Erleichterung, der Unperson Ursula von der Leyen entkommen zu sein und eine Alternative zum blassgrauen Christian Wulff geboten zu bekommen? Gemeinsame Begeisterung ob der mit Abstand besten von drei schlechten Alternativen? Eine Art bundespolitisches Stockholm-Syndrom?</p>

	<p>Gauck ist ein Erzkonservativer Pfarrer, der Schroeders neoliberale Agenda 2010 begeistert akklamierte und lauthals mehr solche mutigen Taten forderte und fordert. Als die Montagsdemonstrationen sich gegen soziale Ungerechtigkeit und Hartz IV richteten, verurteilte er sie in beleidigtem Ton als als &#8220;t&#246;richt und geschichtsvergessen&#8221;. So darf in meinen Augen niemand sprechen, der als symbolisches Staatsoberhaupt alle Deutschen repr&#228;sentieren soll.</p>

	<p>Gauck ist kein Symbol des Aufbruchs, Gauck ist ein Symbol des R&#252;ckschritts in den Sozialdarwinismus.</p>
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		<title>Der Thilosoph</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 00:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesbank]]></category>
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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin hat gesprochen. Mal wieder. Wer sich an bisherige &#196;u&#223;erungen Sarrazins erinnert, wei&#223;, dass dies selten etwas Gutes bedeutet. Laut dpa hat Herr Sarrazin von sich gegeben, dass Deutschland d&#252;mmer werden w&#252;rde, weil ja so viele ungebildete Araber und T&#252;rken einwandern w&#252;rden und es g&#228;be&#8230; ...eine unterschiedliche Vermehrung von Bev&#246;lkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz. Wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Thilo Sarrazin hat gesprochen. Mal wieder. Wer sich an bisherige &#196;u&#223;erungen Sarrazins erinnert, wei&#223;, dass dies selten etwas Gutes bedeutet. Laut dpa <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700031,00.html">hat Herr Sarrazin von sich gegeben</a>, dass Deutschland d&#252;mmer werden w&#252;rde, weil ja so viele ungebildete Araber und T&#252;rken einwandern w&#252;rden und es g&#228;be&#8230;<br />
<blockquote>...eine unterschiedliche Vermehrung von Bev&#246;lkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz.</blockquote></p>

	<p>Wenn solche &#196;u&#223;erungen von einem feinripptragenden Freizeitnazi am Bierb&#252;dchen get&#228;tigt werden, muss man ihn mit aller Kraft daf&#252;r verachten und, je nach Zivilcourage, auch zurechtweisen. Solcherma&#223;en rassistisches Gedankengut weist den Weg hin zu Begriffen wie &#8220;Unwertes Leben&#8221;, ein Weg, der in der deutschen Geschichte ja durchaus schon begangen wurde.</p>

	<p>Ohne Thilosoph Sarrazin eine Vorliebe f&#252;r Feinripp absprechen zu wollen, seine Position im &#246;ffentlichen Leben ist nicht mit der dahergelaufener Freizeitnazis zu vergleichen. Er ist im Vorstand der Bundesbank t&#228;tig und damit auch ein Repr&#228;sentant unseres Staates. Mit solch einer &#246;ffentlichen &#196;u&#223;erung in seiner Position hat er in meinen Augen den Tatbestand der <a href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/BJNR001270871BJNE028206377.html">Volksverhetzung</a> erf&#252;llt.</p>

	<p>Seine aktuelle &#196;u&#223;erung war auch nicht die erste zu diesem Themenkreis, er hat auch fr&#252;her schon mehrfach in die gleiche Kerbe gehauen, so dass man sich fragt: &#8220;Warum sitzt der Mann noch auf seinem Posten?&#8221; Gut, seine Kompetenzen bei der Bundesbank wurden deutlich beschnitten, aber reicht das wirklich aus? Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Staatsanwaltschaft schon mehrfach wegen Unregelm&#228;&#223;igkeiten und m&#246;glicher Untreue gegen ihn ermittelt hat. Wei&#223; der Mann von so vielen Leichen im Keller, dass man sich trotz allem nicht traut, ihn endg&#252;ltig abzus&#228;gen?</p>

	<p>In der <span class="caps">SPD</span> sollte man vielleicht einmal dar&#252;ber nachdenken, ob die Einstellung des Parteiausschlussverfahrens im M&#228;rz dieses Jahres wirklich die richtige Entscheidung war.</p>
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