Alle Beiträge auf UnPolitik.de stehen unter Creative-Commons-Lizenz (Namensnennung, nichtkommerziell)

Jul 07 2011

Njetneutralität

Lesedauer ca. 1.5 Minuten

Die Enquête-Komission “Internet und digitale Gesellschaft” (EIdG) hat am 4. Juli 2011 getagt. Eigentlich sollte an diesem Tag unter anderem der Abschlussbericht zu Datenschutz und Netzneutralität festgeklopft werden. Da die die Mitglieder der Regierungskoalition allerdings keine Mehrheit gegen die Netzneutralität finden konnten, wurde das Thema mittels winkelpolitischer Schachzüge vertagt.

Jetzt fragt man sich, warum will die Regierung eigentlich keine Netzneutralität im Gesetz festschreiben, wie es zum Beispiel in den Niederlanden gerade geschehen ist? Netzneutralität, und damit ungehinderter Zugang zum Netz, kann nur einen positiven Einfluss auf die Kommunikationsinfrastruktur Internet haben und damit gut für Demokratie sein. Die Regierungskoalition äußert sich nur dahingehend, dass der Markt das schon regeln werde und man daher nicht gesetzlich regulieren wolle. Ja natürlich, wann hätte der Markt schon jemals versagt…

Wir erinnern uns zurück an das „Zugangserschwerungsgesetz“, welches neben wahlkampftaktischen Gründen auch vorgeschoben wurde um eine Überwachungs- und Zensurinfrastruktur zu etablieren, die nicht nach demokratischen Maßstäben kontrollierbar ist. Ähnliche Bestrebungen gibt es mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und dem Glücksspiel-Staatsvertrag.

Die Etablierung solcher Zensur-, Überwachungs- und Filtertechnologie ist allerdings nicht ohne zusätzliche Kosten machbar. Das war auch von Seiten der Provider immer das Hauptargument gegen solche Techniken, welches auch juristisch (Zumutbarkeit von zusätzlichen Kosten) eine Rolle spielte.

Wenn Internetserviceprovider nun aber ein grundlegendes demokratisches Gebot missachten und die Netzneutralität mit Füßen treten wollen um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, müssen sie technische Maßnahmen etablieren, die genau den gleichen Anforderungen entsprechen, wie eine umfassende Überwachungs- und Zensurinfrastruktur.

Und schwupp, schon wissen wir, warum die Regierung keine Netzneutralität möchte.

Tweet it

Tags: , , , , , ,


Mrz 12 2011

Gottes Atomkraft

Category: Lobbyismus,RegierungSteff @ 22:07
Lesedauer ca. 1 Minute

In Japan ist ein großer Unfall in einem Atomkraftwerk passiert. Zugegeben unter extrem ungünstigen äußeren Umständen, aber nicht unter Umständen, die vollkommen unvorstellbar waren.

Der betroffene Reaktor ist auf einem ähnlichen technischen Stand wie die alten deutschen Reaktoren und sollte diesen Monat endgültig vom Netz gehen. Die jetzt schon veralteten, und alles andere als störunanfälligen, deutschen Reaktoren haben jedoch eine Laufzeitverlängerung bis mindestens 2020 verordnet bekommen.

Es darf nicht einmal der Verdacht aufkommen, dass der Staat in einen Konflikt geraten könnte zwischen dem Interesse, Gewinne zu erzielen, und jenem, Sicherheit zu gewährleisten.
Norbert Röttgen, Bundesumweltminister

Norbert Röttgen wurde von Kanzlerin Angela Merkel zum laufzeitverlängernden Atomgipfel allerdings erst gar nicht eingeladen.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass in einem Kernkraftwerk schwierige Ereignisse stattfinden, wahrscheinlich eine Kernschmelze [...], [sie zeigen] dass es Kräfte der Natur gibt, vor denen wir machtlos stehen und die von uns immer wieder ein Stück Demut erfordern. Wir sollten Ehrfurcht haben vor der Natur [...] Jawohl wir wissen, dass wir auch ein Stück weit in Gottes Hand sind.
Angela Merkel, Bundeskanzerin, 12.03.2011

Welche Rolle die Betriebs- und Umweltsicherheit beim Beschluss der Laufzeitverlängerung gespielt haben mag, mag nun jeder für sich selber bewerten.

Tweet it

Tags: , ,


Feb 20 2011

Souverän im Auftritt, unsouverän in der Leistung – ein Nachruf

Category: Guttenberg,Regierung,ZitateSteff @ 22:49
Lesedauer ca. 3 Minuten

Zurecht hätte die politische Karriere von Karl Theodor zu Guttenberg schon mehrfach beendet sein können – nun ist es hoffentlich endlich so weit.

Aber rekapitulieren wir einmal die Karriere. Überraschend und plötzlich wurde ihm der Posten des Wirtschaftsministers zugeschoben, nachdem er vorher überraschend und plötzlich zum Generalsekretär der CSU geworden war. Beides basierend auf der großen persönlichen Leistung, ein Oberfranke zu sein. Ja richtig, einer der Hauptfaktoren bei der Personalsuche für einen wichtigen Ministerposten war wieder einmal nicht eine angemessene Qualifikation, sondern die Beruhigung des fränkischen Landesverbandes der CSU und damit innerparteiliches Geschacher.

Den Posten des Wirtschaftsministers übernahm er im Februar 2009, in Zeiten der mittlerweile ja vollkommen und unwiederbringlich überwundenen Finanz- und Wirtschaftskrise. Nachdem der bisherige Wirtschaftsminister Glos von seiner eigenen Parteiführung aus dem Amt gemobbt worden war, hatte Deutschland nun einen adligen Wirtschaftsminister mit einem geschätzten Familienvermögen von 300 Millionen Euro.

Ich habe vor dem Eintritt in die Politik in der freien Wirtschaft gearbeitet, war dort tätig, habe dort Verantwortung im eigenen Familienunternehmen getragen.

Guttenberg äußerte sich damals bewusst in irreführender Art und Weise, um eine real nicht vorhandene wirtschaftliche Kompetenz vorzutäuschen. Er habe sich wirtschaftliche Meriten beim Börsengang der Rhön-Klinikum AG und der Führung der „Guttenberg GmbH München“ erworben. Mit dem Börsengang der AG hatte er genau gar nichts zu tun und die „Guttenberg GmbH München“ war ein Kleinstunternehmen, welches sich, eher selbstreferenziell, mit dem Verwalten des eigenen Vermögens beschäftigte. Guttenbergs ökonomische Kompetenz bestand also darin, Erbe eines großen Vermögens zu sein. Auf seine irreführenden Aussagen wollte er später nicht mehr eingehen.

In seiner Rede zum Amtsantritt zeigte Guttenberg, der gerade wütenden Finanzkrise zum Trotz, deutlich wes Geistes Kind er ist und äußerte schlimmste neoliberale Dogmen, sprach von fehlender „Leistungsgerechtigkeit“ und stellte Steuersenkungen in Aussicht.
Großspurig versprach er Opel Hilfe, verhandelte monatelang mit General Motors, nur um zu keinerlei Ergebnis zu kommen und dann im Alleingang ein Insolvenzverfahren des Opel-Konzerns zu empfehlen.

Maßgeblich war er mit seinem damaligen Ministerium auch an einem der am umfassendsten fehlgeschlagenen Gesetzesvorhaben der jüngeren Vergangenheit beteiligt. Sorgte auf Drängen seiner Frau Stephanie „Innocence in Danger“ zu Guttenberg mit dafür, dass das Familienministerium und Ursula von der Leyen das Zugangserschwerungsgesetz auf den Weg brachten. Grober handwerklicher Pfusch.

Als Verteidigungsminister bekam er es mit den Folgen des Luftangriffs bei Kunduz zu tun und handhabte auch diese Situation alles andere als erfolgreich und verstrickte sich auch hier wieder in widersprüchliche Aussagen verschiedener Beteiligter, welche Informationen er wie und wann erhalten habe.

Im November 2010 fordert er die militärische Absicherung deutscher Wirtschaftsinteressen im Ausland, die Monate vorher bei Horst Köhler, wenn auch mit Verzögerung, noch zu einem extrem lauten Aufschrei der Presse geführt hatte. Diesmal ist das Presse-Echo mit erschreckendem Abstand leiser.

Und nun kommt heraus, dass er zumindest bei einem Teil seiner Doktorarbeit auf die ein oder andere Art betrogen zu haben scheint. Kann ein „Spross der Elite Deutschlands“, der von der versammelten deutschen Journaille schon als neue Kanzlerhoffnung gefeiert wurde, so dumm sein, dass der meint, mit einer zusammenkopierten Doktorarbeit auf Dauer nicht aufzufallen? Wie wahrscheinlich ist das? Wie wahrscheinlich ist im Kontrast dazu, dass er die Doktorarbeit einfach irgendwo auf dem freien Markt gekauft hat und der Verkäufer es mit dem Zitieren nicht so genau nahm?

Vielleicht hat Guttenbergs geliebtes neoliberales Dogma ja diesmal doch Recht gehabt und der Markt hat sich im Bezug auf Guttenbergs Doktorarbeit einfach selbst reguliert.

Wir nehmen den hoffentlich baldigen Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg ohne Bedauern zur Kenntnis und wünschen ihm auf seinem weiteren Weg möglichst wenig Erfolg.

Tweet it

Tags: , , ,


Dez 08 2010

Apropos Wikileaks

Category: Neue Demokratie,Regierung,ZitateSteff @ 12:33
Lesedauer ca. 0.5 Minuten


“When it comes to the flow of information, I think that the more freely information flows, the stronger the society becomes, because then citizens of countries around the world can call their own government to account.”
Barack Obama, 16. November 2009

“Information has never been so free [...] Even in authoritarian countries, information networks are helping people discover new facts and making governments more accountable.”
Hillary Clinton, 21. Januar 2010

Tweet it

Tags: ,


Okt 01 2010

Alle Gewalt ging vom Staate aus.

Category: Lobbyismus,Neue Demokratie,Regierung,UnPolitkDaniel @ 09:29
Lesedauer ca. 7.5 Minuten

Seit einigen Wochen verfolge ich, soweit es mir aus dem fernen NRW möglich ist, die Vorgänge rund um Stuttgart 21. Mit jedem Tag an dem weiter demonstriert wurde wuchs mein Interesse – wenn etwas die Menschen so dauerhaft auf die Straßen bringt muss ja irgendwas dran sein.

Auf das für und wieder, auf die gemachten Fehler auf Seiten der Befürworter und der Gegner, auf die Methoden der einen oder der anderen Seite will ich an dieser Stelle nicht groß eingehen. Wenn es die Zeit erlaubt, schreibe ich dazu noch einen zweiten Artikel. Mir geht es um die neue Öffentlichkeit, die in den letzten Jahren und Monaten vermehrt entsteht, und darum wie die Politik auf das Volk hört – oder auch nicht.

Rückblende auf Zensursula. Was haben wir “Nerds” uns aufgeregt, und das zurecht. Wir haben aufgedeckt, dass die Beispiele von Frau von der Leyen frei erfunden sind (Stichwort Indien), das Herr Ziercke merkwürdige Zahlenspiele präsentiert, das Zeitungen durchaus zielgruppenoptimiert berichten, und haben damit doch einiges bewegt. Bei weitem nicht soviel, wie wir uns gewünscht hätten, aber doch mehr als ich gehofft habe. Dennoch ist davon nicht viel in der breiten Öffentlichkeit angekommen und einige führen den Kampf, jetzt auf EU-Ebene, mit vollem Einsatz weiter.

Ich selber wurde, zugegeben, etwas demotiviert. Immer wieder läuft man in die gleichen Argumente, in offensichtliche Lügen und irgendwann ist die Motivation weg. Man bekommt den Eindruck, dass man eh nichts tun kann, dass die Politiker fürs normale Volk nicht mehr erreichbar sind und alles nur noch von Lobbyisten gesteuert wird. Dank den Demonstranten in Stuttgart habe ich meine Motivation wiedergefunden.

Gestern gab es eine weitere Demo im Stuttgarter Schlosspark. Über Twitter kamen gegen Mittag die ersten alarmierenden Nachrichten: Polizisten rüsten auf, Wasserwerfer fahren vor. Ich habe daraufhin den ganzen Nachmittag einen Blick auf die verschiedenen Livecams aus Demonstrantensicht gehabt und war entsetzt. Die Wasserwerfer haben mit voller Gewalt in die Menge gehalten, man sah viele verletzte Demonstranten. Was man nicht sah, waren gewaltbereite Demonstranten, Steinewerfer oder den “schwarzen Block”.

Diese Eskalation macht mich fassungslos. Egal ob man für oder gegen Stuttgart 21 ist, es kann nicht im Sinne einer funktionierenden Demokratie sein, friedlich demonstrierende Menschen jeglicher Altersstufen und aller bürgerlichen Schichten mit Wasserwerfern und Reizgas anzugreifen. Noch erschreckender ist jedoch, wie einige Politiker, allen voran Heribert Rech (Innenminister von Baden-Württemberg), versuchen die Demonstranten zu kriminalisieren. Wenn man selbst im Schlosspark war muss einem das gestrige Interview mit Herrn Rech wie blanker Hohn vorkommen. Da ist die Rede davon, dass die Demonstranten die Situation eskalieren ließen, dass Steine geworfen wurden, und dass Eltern selbst schuld seien, wenn sie Kinder mit zu einer Demo nehmen. Der O-Ton des Interviews ist wirklich bemerkenswert, und wenn es nicht die neue Öffentlichkeit im Internet gäbe, würden die Politiker sicher damit durchkommen. Ich frage mich seit gestern immer wieder, wie die gleichen Politiker reagieren würden wenn im Ausland ein Staat friedliche Demonstranten, alte und junge Menschen, mit so brutaler Gewalt von einer Demonstration abhalten würde. Wenn es im Ausland hunderte, teils schwer verletzte, Demonstranten geben würde. Würde man diesen Menschen – so wie Herr Rech es gestern zwischen den Zeilen getan hat – vorwerfen, ihre Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen? Oder würde man dann doch dem Staat Vorwürfe machen?

Die gleiche Frage geht jedoch auch an die Medien. Wieso dauerte es Stunden bis wichtige Webseiten wie Spiegel Online anfingen darüber zu berichten? Wenn man sieht für was gerade Spiegel Online Eilmeldungen bringt, ist es sehr verwunderlich, dass es mehrere Stunden dauerte bis hier reagiert wurde. Im Fernsehen das gleiche – ich hätte mir z.B. einen ARD Brennpunkt zu dem Thema gewünscht, aber offenbar war das große Quiz der Deutschen wichtiger. Mir stellt sich aber auch noch die eine oder andere Frage: Die CDU drängt ja wieder und wieder darauf hin, den Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren zu ermöglichen. Hätten wir die Bundeswehr vielleicht schon gestern im Einsatz sehen können wenn die CDU mit ihren Plänen schon durchgekommen wäre? Und für Herrn Rech, Herrn Mappus und alle anderen beteiligten Politiker ist es sicher auch sehr praktisch, dass derartige Interviews und Berichterstattung seitens ARD und ZDF nach einigen Tagen oder Wochen aus dem Netz verschwunden sein werden. Praktische Sache, so ein Lobbyisten-gesteuerter Rundfunkstaatsvertrag.

Zum Glück werden seitens der Demonstranten mehr und mehr Videos und Fotos gemacht, die ein anderes Bild von den Aktionen der Staatsgewalt zeigen. Es ist nicht mehr so einfach möglich, unbequeme Demonstranten zu kriminalisieren. Man fragt sich jedoch auch unwillkürlich, was man im Nachhinein von den Berichten früherer Demonstrationen halten soll, die Methoden der Politiker dürften damals die gleichen gewesen sein wie heute.

Die wichtigste Frage hat Herr Rech sich und uns allen aber selbst gestellt:

“Die Frage ist ob wir uns an demokratisch legitimierte Beschlüsse halten oder ob wir künftig nach Umfragen regieren.”

Sicher, Stuttgart 21 hat alle demokratischen Hürden überwunden. Proteste gab es von Beginn an, aber die Medien berichteten kaum darüber. Offenbar haben erst die konkreten Baumaßnahmen dazu geführt das die Menschen in und um Stuttgart gemerkt haben, wie groß die Einschnitte werden, dass es nicht nur um ein paar neue Gleise und eine Bahnhofsrenovierung geht. Die Medien berichten über massive Planungsfehler, die Kosten haben sich schon nach heutigem Wissensstand verdoppelt, und die Bürger haben begriffen das über die Hälfte der Kosten von IHNEN getragen werden, und nicht etwa von der Bahn. Die Stimmung ist also gekippt, im ZDF Interview mit Herrn Rech ist die Rede von über 2/3 der Stuttgarter die gegen das Projekt sind, und über 50% der Menschen in BW.

Die Politiker versteifen sich jetzt darauf das geschlossene Verträge bindend sind. Soweit richtig. Aber sollten verantwortungsbewusste Politiker nicht in einer derartigen Lage zumindest versuchen die Verträge aufzulösen? Jeder Vertrag kann, wenn beide Seiten zustimmen, aufgelöst werden. Anstatt jetzt mit Polizeigewalt die Kritiker ruhigzustellen sollte die Politik meines Erachtens genau darauf hinwirken. Wenn sie nicht mehr Seite an Seite mit einem Privatkonzern ein, zumindest in Teilen, fragwürdiges Projekt unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel durchboxen würden sondern ernsthaft versuchen würden die Bedenken der Bevölkerung ernst zu nehmen wäre sicherlich ALLEN Beteiligten mehr geholfen. Die Politiker würden zeigen das sie auf die Wünsche und Sorgen der Bürger hören. Die Bahn würde den Image-Verlust abfedern.

Update: Ein schönes Beispiel dazu wie gültig und bindend Verträge zwischen Regierung und Privatwirtschaft wirklich sind brachte gerade noch Stefan Radermacher im IRC: der Atomausstieg. Hier werden bestehende Verträge spontan zu Gunsten der Industrie geändert, man sieht: Es geht also doch wenn man will. Nur das Volk hat da nichts zu sagen.

Ich denke nicht das Stuttgart 21 noch aufgehalten wird. Ich hoffe jedoch das die Proteste weitergehen, insbesondere nach den Ereignissen von gestern. Je mehr Menschen begreifen wie ignorant viele Politiker sind, dass die Wünsche von Konzernen und Lobbyisten mehr zählen als die Meinung des Volkes, dass einmal getroffene Entscheidungen unbeirrt beibehalten werden, komme was da wolle – um so besser für uns alle.

Das Schema von Stuttgart 21 passt auf so viele aktuelle politische Themen, sei es an der Pharmafront, der Energiepolitik, Netzpolitik oder alle soziale Themen. Es wird Zeit das wir alle aufwachen, und ich danke den Demonstranten in Stuttgart dafür, dass sie ihren Teil dazu beitragen uns aufzurütteln, und insbesondere allen die “live” via Twitter und die Livecams berichten und dabei auch ihre Gesundheit riskieren.

Oder wie es Volker Beck von den Grünen gestern sehr treffend formuliert hat:

“Wenn der Staat die Mehrheit der Bevölkerung mit Wasserwerfern und Pfeffer bekämpfen muss, ist es zu weit gekommen”

Ich hoffe, dass die Politiker in BW und auch die Bundesregierung bei den kommenden Wahlen eine deutliche Antwort von den Wählern bekommen. Und dass eine andere Regierung aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und es besser macht – wobei ich mir mit dem Wunsch vorkomme wie ein naiver Träumer.

PS: Lesenswert auch ein Gastkommentar auf n-tv.de, ein Bericht auf taz.de und auf zeit.de.

Tweet it

Tags: , , ,


Jun 30 2010

Habemus Wulffum

Category: Bundespräsident,Parteien,RegierungSteff @ 22:33
Lesedauer ca. 1 Minute

Es ist getan. Der neue Bundespräsident steht fest. Es ist Christian Wulff, der Kandidat der Regierungskoalition. Ein Spaziergang oder Triumph war die Wahl allerdings wahrlich nicht.

Zwar mit absoluter Mehrheit wurde er gewählt, der Farblose aus Niedersachsen, aber erst im dritten Wahlgang. Und das, obwohl sich Frau Merkel doch eine Demonstration ihrer Macht und der Stärke der Koalition gewünscht hatte. Eine Demonstration, die ihre Vorstellung eines Bundespräsidenten im ersten Wahlgang ohne wenn und aber ins Amt hieven sollte. Aus dieser Demonstration einer gefestigten Machtposition wurde allerdings eine schallende Ohrfeige. Weder im ersten, noch im zweiten Wahlgang erreichte Wulff die notwendigen Stimmen zu einer absoluten Mehrheit und dementsprechend genervt schaute Frau Merkel aus der Wäsche. Wer also bestreitet, dass der Regierungskoalition heute ein heftiger Schlag versetzt wurde, den möchte ich bitten sich die Gesichter der Parteioberen von CDU, CSU und FDP nach den ersten beiden Wahlgängen noch einmal genau anzuschauen.

Zum Abschluss seiner Dankesrede sagte Wulff: “Gott schütze unser Land!” Ein Aufreger ist das indes nicht, Köhler schloss eine erste Wahlrede auch mit mit: “Ich grüße alle Landsleute nah und fern, unsere Nachbarn in Europa und unsere Freunde in der Welt. Gott segne unser Land!”

Johannes Rau schloss allerdings, ohne Erwähnung irgendeines Aberglaubens, mit: “So sage ich: Ich grüße alle Deutschen, ich grüße unsere Nachbarn, und ich grüße unsere Freunde überall in der Welt.” Die Beschwörungsformel dürfte bei Köhler und Wulff also einfach dem C in CDU geschuldet sein.

Tweet it

Tags: , , ,


Jun 26 2010

Klare Antwort

Category: Regierung,Satire,ZitateSteff @ 12:26
Lesedauer ca. unter 30 Sekunden

“Und? Was halten sie von unserer Regierungskoalition?”

“Abstand!”

Tweet it

Tags: , , , ,