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	<title>UnPolitik.de &#187; Neue Demokratie</title>
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		<title>Kandidatourismus</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 09:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wellen der Parteipolitik schlagen hoch wie selten, wenn es darum geht, einen neuen Bundespr&#228;sidenten zu erw&#228;hlen. Durch K&#246;hlers abrupten und ungerechtfertigten R&#252;cktritt ist jetzt ein Zugzwang entstanden, der in dieser Art einmalig in der Geschichte unserer Republik ist. Wie immer, wenn es in der Politik um schnelle Personalentscheidungen geht, sind heftige Kopf- und Zahnschmerzen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Die Wellen der Parteipolitik schlagen hoch wie selten, wenn es darum geht, einen neuen Bundespr&#228;sidenten zu erw&#228;hlen. Durch K&#246;hlers abrupten und ungerechtfertigten R&#252;cktritt ist jetzt ein Zugzwang entstanden, der in dieser Art einmalig in der Geschichte unserer Republik ist. Wie immer, wenn es in der Politik um schnelle Personalentscheidungen geht, sind heftige Kopf- und Zahnschmerzen vorprogrammiert.</p>

	<p>Alle m&#246;glichen Namen werden nun, den Reisezielen eines Last-Minute- Anbieters gleich, in den Ring geworfen. Fast allen genannten Namen ist aber eines gemeinsam: Sie geh&#246;ren zu Lobbyisten-Vertretern, Abnickern in Form von Parteisoldaten oder aber Menschen, die direkt in die Tagespolitik eingebunden sind.</p>

	<p>Horst K&#246;hler sei ein Seiteneinsteiger gewesen und einen solchen oder auch einen Exoten wolle man nicht mehr, ist zu h&#246;ren. Die M&#228;r von &#8220;Seiteneinsteiger K&#246;hler&#8221; ist nat&#252;rlich reine Augenwischerei. K&#246;hler war ein &#228;u&#223;erst erfolgreicher Karrierepolitiker, der es bis in eines der international wichtigsten politischen &#196;mter beim <span class="caps">IWF</span> geschafft hat.<br />
Wenn wir aber jemals einen echten Seiteneinsteiger oder Exoten im Amt des Bundespr&#228;sidenten gebraucht haben, dann jetzt. Einen Bundespr&#228;sidenten, der ohne parteipolitische Verflechtungen einer sich verselbst&#228;ndigen politischen Klasse geh&#246;rig die Meinung geigen kann, wenn es notwendig ist. Gerade im Zuge der <span class="caps">NRW</span>-Wahl, einem Debakel f&#252;r die etablierte Politik, w&#228;re es ein wichtiges Zeichen, nicht einfach so weiter zu wurschteln wie bisher. Es w&#228;re Zeit und Gelegenheit f&#252;r eine deutliche Z&#228;sur.</p>

	<p>Wen ich mir wirklich als Bundespr&#228;sidenten w&#252;nsche, ist ein radikaler Demokrat. Eine streitbare moralische Instanz, die verstanden hat, dass das alte politische System &#252;berfordert ist und ein prinzipieller gesellschaftlicher und parlamentarischer Wandel Not tut, um den Herausforderungen der Zukunft entgegen treten zu k&#246;nnen.</p>

	<p>Ein Bundespr&#228;sident, der f&#252;r den deutschen Souver&#228;n einsteht.</p>



	<p><blockquote>Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouver&#228;nit&#228;t und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates. Nicht der B&#252;rger steht im Gehorsamverh&#228;ltnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem B&#252;rger im Rahmen der Gesetze verantwortlich f&#252;r ihr Handeln. Der B&#252;rger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet.<br />
<quelle>Gustav Heinemann, deutscher Bundespr&#228;sident 1969-1974<quelle></blockquote></p>

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		<title>Omnia mutantur</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 13:12:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn man neue Technologien in die freie Wildnis entl&#228;sst, das ist so eine Sache. Sind sie einmal drau&#223;en, hat man keine wirkliche Kontrolle mehr dar&#252;ber was die ganzen Leute dann mit ihr anstellen. Findet in der freien Wildnis nun auch noch eine wildes gegenseitiges Befruchten verschiedenster Technologien statt, werden die Konsequenzen g&#228;nzlich unvorhersagbar. Eine solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Wenn man neue Technologien in die freie Wildnis entl&#228;sst, das ist so eine Sache. Sind sie einmal drau&#223;en, hat man keine wirkliche Kontrolle mehr dar&#252;ber was die ganzen Leute dann mit ihr anstellen. Findet in der freien Wildnis nun auch noch eine wildes gegenseitiges Befruchten verschiedenster Technologien statt, werden die Konsequenzen g&#228;nzlich unvorhersagbar.</p>

	<p>Eine solche Konsequenz enstand aus der Kombination von frei entwickelten Dateiaustausch-Protokollen, immer h&#246;heren Internetbandbreiten und psychoakustischer Kompression. Die Kombination dieser drei Entwicklungen hat den Untergang der traditionellen Musikvertriebsstrukturen eingeleitet. Neue ,Social Media&#8216;-basierte Modelle, zur Empfehlung, Besprechung und neuerdings auch Finanzierung von Musik und die Vereinfachung eines globalen Musikvertriebs f&#252;r jedermann machen die etablierten Musik-Labels in zunehmendem Ma&#223;e &#252;berfl&#252;ssig. Diese Vertreter veralteter Institutionen postulieren ob der eigenen systemimmanenten Bredouille nun gerne mal den Untergang der abendl&#228;ndischen Kultur.</p>

	<p>Das Verhalten dieser etablierten kommerziellen Contentverteiler ist aber nicht neu. Als in England&#160; die ersten Leihbibliotheken entstanden, bei denen man gegen eine Geb&#252;hr B&#252;cher ausleihen konnte, liefen die Verlagsh&#228;user gegen diese Praxis Sturm. Sie versuchten mittels Lobbyismus und medialer Stimmungsmache ein Verbot dieser Leihbibliotheken zu erwirken. Man k&#246;nne doch nicht einfach ein Buch kaufen und es dann an andere verleihen. Wer ein Buch lesen wolle, habe es gef&#228;lligst selber zu kaufen. Wie sonst k&#246;nne sonst sichergestellt werden, dass die Autoren, die Erzeuger wertvollsten Kulturguts, auch in Zukunft von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen? Wenn diese Praxis des Verleihens nicht augenblicklich von Seiten des Gesetzgebers verboten w&#252;rde, sei der Niedergang der abendl&#228;ndischen Kultur abzusehen und man m&#252;sse ernsthaft daran zweifeln ob in Zukunft &#252;berhaupt noch B&#252;cher geschrieben werden k&#246;nnten. Sie konnten sich allerdings mit ihrem Zeter und Mordio nicht durchsetzen, weil die Politik damals der Auffassung war, das Anrecht auf Bildung und Kultur sei h&#246;her zu bewerten als die Profitw&#252;nsche einzelner Rechteverwerter. Wie wir alle wissen hatten die damaligen Verleger aber vollkommen Recht und es wurden seitdem keinerlei B&#252;cher mehr geschrieben&#8230;</p>

	<p>Tauschnetzwerke f&#252;r Kulturg&#252;ter sind keine neue Erfindung. Durch die M&#246;glichkeiten moderner Technik &#228;ndert sich nur die Art und Weise auf die getauscht wird. War der Tausch bei den &#8222;Lending Libraries&#8220; des 18. Jahrhunderts noch an das damals aufw&#228;ndige materielle Gut Buch gebunden, wurden mit der Einf&#252;hrung der ersten Rekorder f&#252;r Kompaktkassetten, Ende der 60er Jahre erstmals die M&#246;glichkeit zum bequemen Kopieren von Musik geschaffen. Kein umst&#228;ndliches Hantieren mit Tonbandrollen und entsprechend gro&#223;en Ger&#228;ten und auch kein blo&#223;es Verleihen mehr, der Kultur-Tausch hatte ein massentaugliches Kopierstadium erreicht.</p>

	<p>Es wurde Musik aus dem Radio aufgenommen, es wurden Platten aufgenommen &#8211; f&#252;r die Familie, f&#252;r Freunde, f&#252;r Bekannte. Es wurden Mixtapes erstellt, eine erste kreative Spielart des Kopierens, erste Playlists,  bei denen auf spezielle Stimmungen und Geschm&#228;cker ausgerichtete Audiokassetten zusammengestellt wurden. Die Qualit&#228;t dieser analogen Aufnahmen kam aber nie an das Original heran. Der Musikindustrie war das alles nat&#252;rlich gar nicht recht und prompt gab es eine entsprechende Kampagne: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Home_Taping_Is_Killing_Music">Home Taping Is Killing Music</a> Auch hier hatten die Rechteverwerter wieder vollkommen Recht &#8211; die Musik wurde get&#246;tet und seit den 80er Jahren ist keine Musik mehr gemacht worden&#8230;</p>

	<p>Heute verf&#252;gt ein gro&#223;er Teil der Menschheit mit Computern, die &#252;ber das Internet vernetzt sind, &#252;ber eine riesige Kopiermaschine, wie es sie noch nie zuvor gab. Und diese Maschine wird nat&#252;rlich auch genau dazu benutzt. Informationen werden wild von einem Rechner zum anderen kopiert. Egal ob eine Email verschickt wird, ein Videotelefonat via Skype gef&#252;hrt, ein Youtube Video geschaut oder ein <span class="caps">DVD</span>-Rip aus einer Tauschb&#246;rse heruntergeladen wird, es passiert nichts anderes, als dass Daten von einem Rechner zu einem anderen kopiert werden. Nun gibt es Bestrebungen, diesen Datenverkehr genauer zu &#252;berwachen. Die Internet Provider sollen jedem ihrer Kunden genau auf die Finger schauen und ihnen, so sie die falschen Daten vom falschen Ort kopieren, ohne Eingriff einer richterlichen Instanz, den Internetanschluss sperren. Der Zugang zum Internet einfach sperren, welcher in Finnland schon zu einem Grundrecht erkl&#228;rt wurde und welcher f&#252;r viele Menschen einen wichtigen Teil ihres Lebens darstellt.</p>

	<p>Wie schon oben erw&#228;hnt, gehen diese aktuellen Ma&#223;nahmen allein auf die Erwartungshaltung und &#196;ngste der etablierten Verteilungsindustrie zur&#252;ck. Wider besseres Wissen wird zum wiederholten Male der drohende Tod der Kultur herbei beschworen, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist.</p>

	<p>Niemals zuvor hatten K&#252;nstler es so einfach ihre Kunst auszu&#252;ben. Niemals zuvor gab es solch eine Bandbreite an k&#252;nstlerischen Ausdrucksm&#246;glichkeiten. Und niemals zuvor in der Geschichte war es derma&#223;en einfach ein Publikum zu finden.</p>

	<p>Gibt es &#252;berhaupt ein Anrecht darauf mit der Schaffung von Kulturg&#252;tern Geld zu verdienen? Nein. Ebensowenig wie es ein Anrecht darauf gibt, mit&#160; &#8216;auf einem Bein an der Stra&#223;enecke herumstehen&#8217; Geld zu verdienen. Die Bejubelung der Top-K&#252;nstler t&#228;uscht allerdings &#252;ber die Tatsache hinweg, dass kommerzieller Erfolg kaum einem K&#252;nstler beschieden ist. Die &#252;berw&#228;ltigende Masse der K&#252;nstler kann, so sie denn &#252;berhaupt Geld mit ihrer Kunst verdienen, nicht davon leben. H&#228;tten K&#252;nstler wie Madonna, Lady Gaga, Robbie Williams und Konsorten es ohne die etablierten alten Strukturen zu solchem finanziellen Erfolg gebracht? Wahrscheinlich nicht, aber Musik h&#228;tten sie auf die ein oder andere Weise sicher trotzdem gemacht.</p>

	<p>Ob es nun um eine Verlagerung der Einnahmen auf Live-Konzerte und &#8216;Special Editions&#8217; geht, um eine generelle Kulturflatrate (vor der mir allerdings schaudert wenn ich lese, dass die Verteilung dieser Abgabe nach dem Muster der <span class="caps">GEMA</span> stattfinden soll) oder um ein bedingungsloses Grundeinkommen, die finanziellen Rahmenbedingung f&#252;r K&#252;nstler ver&#228;ndern sich.</p>

	<p>Ver&#228;nderung an sich ist aber&#160; weder schlecht noch gut, sie passiert einfach. Schlecht oder gut ist nur die Art und Weise, in der man auf Ver&#228;nderung reagiert.</p>

	<p>&#8220;Omnia mutantur, nihil interit.&#8221;, so hei&#223;t es bei Ovid. &#8211; Alles ver&#228;ndert sich, aber nichts vergeht.<em></em></p>
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		<title>Politurgie</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 20:32:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es hat sich mal wieder ein Bundestagsabgeordneter explizit zum Thema Internetsperren, Piratenpartei und &#8220;Netzgemeinde&#8221; ge&#228;u&#223;ert. Ein Dr. Sascha Raabe von einer angeblich sozial-demokratisch positionierten Partei. Er nimmt die Gr&#252;ndung einer Ortsgruppe der Piratenpartei zum Anlass, sich in einer Pressemitteilung &#8220;&#252;ber die Piratenpartei zu wundern&#8221;. Diese Pressemitteilung beherbergt die gleichen sinnentleerten Scheinargumente, die von rechts wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Es hat sich mal wieder ein Bundestagsabgeordneter explizit zum Thema Internetsperren, Piratenpartei und &#8220;Netzgemeinde&#8221; ge&#228;u&#223;ert. Ein Dr. Sascha Raabe von einer angeblich sozial-demokratisch positionierten Partei. Er nimmt die Gr&#252;ndung einer Ortsgruppe der Piratenpartei zum Anlass, sich in einer  <a href="http://www.sascha-raabe.de/672.html?&#38;user_distnews_pi1[showUid]=2852&#38;cHash=c1800877cc">Pressemitteilung</a> &#8220;&#252;ber die Piratenpartei zu wundern&#8221;.</p>

	<p>Diese Pressemitteilung beherbergt die gleichen sinnentleerten Scheinargumente, die von rechts wie links eine breit angelegte sachliche Diskussion des Themas &#8220;Kinderpornographie-Sperrgesetz / Zensur&#8221; von Anfang an verhindert haben. Das pauschale und bis zur Selbstaufgabe wiederholte Herunterbeten von <a href="http://www.google.com/search?ie=UTF-8&#38;oe=UTF-8&#38;sourceid=navclient&#38;gfns=1&#38;q=das+internet+darf+kein+rechtsfreier+raum+sein">Aussagen,</a> <a href="http://www.google.de/search?q=kinderpornographie+milliardenindustrie&#38;ie=utf-8&#38;oe=utf-8&#38;aq=t&#38;rls=org.mozilla:de:official&#38;client=firefox-a">die einer genaueren</a> <a href="http://www.google.de/search?q=bj%C3%B6rn+sellstr%C3%B6m&#38;ie=utf-8&#38;oe=utf-8&#38;aq=t&#38;rls=org.mozilla:de:official&#38;client=firefox-a">&#220;berpr&#252;fung nicht</a> <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/">ansatzweise standhalten</a>,  nimmt sich aus wie die Liturgie einer katholischen Messe.</p>

	<p>Als Liturgie bezeichnet die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liturgie">Wikipedia</a> &#8220;Rituale (religi&#246;se Riten) zur Verehrung Gottes und zur Vertiefung des gemeindlichen Glaubens&#8221;.</p>

	<p>Dieses Ph&#228;nomen ist allerdings nicht nur in der Zensursula-Debatte zu beobachten, diese Politurgie gibt es schon sehr lange. Das gebetsm&#252;hlenartige Wiederholen der immer und immer wieder gleichen Phrasen ist nichts anderes als ein Mittel zur Gehirnw&#228;sche, welches seit Jahrhunderten in Religion und Politik und, noch nicht ganz so lange, in der Werbung eingesetzt wird.</p>

	<p>&#8220;Das deutsche Volk braucht Raum.&#8221;</p>

	<p>&#8220;Die Renten sind sicher.&#8221;</p>

	<p>&#8220;Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt.&#8221;</p>

	<p>Slogans, Phrasen, Worth&#252;lsen, die zu nichts gut sind, als eine Idee durch pures Wiederholen echter und wahrer wirken zu lassen. Bisher konnte man dem meist nur wenig entgegensetzen. Medien und Meinungen funktionierten nur von oben nach unten. Heute haben wir aber mit dem Netz ein Medium um solchen H&#252;lsen und Scheinargumenten entgegenzutreten. Jeder, der auf solche Politurgie trifft, muss sie ans Licht zerren und dort drehen und wenden damit jeder sie als das erkennt, was sie ist: reine Gehirnw&#228;sche.</p>

	<p>Wenn jemand sagt: &#8220;Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.&#8221;, so muss man ihm gewaltig entgegenbr&#252;llen: &#8220;Ist es auch nicht, Sie Dummbatz!&#8221;.</p>

	<p>Wenn jemand sagt: &#8220;Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.&#8221;, so muss man anklagend auf den M&#246;rtel unter seinen Fingern&#228;geln deuten und diese vor jede Kamera zerren.</p>

	<p>Und wenn ein Herr Dr. Raabe von sich gibt:</p>

	<p><blockquote>Von einer Zensur kann jedenfalls keine Rede sein. Auch davon nicht, dass dieses Gesetz einer generellen Kontrolle des Staates im Internet T&#252;r und Tor &#246;ffnet. Ich kann jeden verstehen, der davor Sorge hat. Ich werde mich auch k&#252;nftig daf&#252;r einsetzen, dass dies nicht m&#246;glich wird. Allerdings wird uns auch die geltende Gesetzgebung davor bewahren.</blockquote></p>

	<p>Dann rufen wir ihm entgegen: &#8220;Nimmermehr, Herr Raabe, nimmermehr!&#8221; </p>
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		<title>&#220;berwachungsstaat</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 00:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Begriff &#220;berwachungsstaat ist negativ belegt, bezeichnet er doch gemeinhin die ungerechtfertigte &#220;berwachung der B&#252;rger eines Staats durch ihre Regierung und die zugeh&#246;rigen Apparate. Der Staat, das ist aber eigentlich nicht die Regierung eines Landes, auch wenn sie sich meist daf&#252;r h&#228;lt, sondern die Gesamtheit der B&#252;rger eines Landes. Also: L&#8217;etat c&#8217;est nous! Wenn man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Der Begriff &#220;berwachungsstaat ist negativ belegt, bezeichnet er doch gemeinhin die ungerechtfertigte &#220;berwachung der B&#252;rger eines Staats durch ihre Regierung und die zugeh&#246;rigen Apparate. Der Staat, das ist aber eigentlich nicht die Regierung eines Landes, auch wenn sie sich meist daf&#252;r h&#228;lt, sondern die Gesamtheit der B&#252;rger eines Landes. Also: L&#8217;etat c&#8217;est nous!</p>

	<p>Wenn man den Begriff &#8216;&#220;berwachungsstaat&#8217; nun mit dieser Pr&#228;misse betrachtet, ergeben sich einige interessante Perspektiven. Wie ich <a href="http://www.unpolitik.de/2009/04/08/spd-und-labour-gemeinsam/">an anderer Stelle</a> schon anmerkte, braucht &#8220;Neue Demokratie&#8221; auch neue &#246;ffentliche Kontrolle, denn wenn irgendjemand &#252;berwacht werden muss, dann ist es das Kabinett, die Parlamentarier, die Politiker mit Regierungs- und die mit Oppositionsverantwortung. Kurz &#8211; die Regierigen.</p>

	<p>Auf der reboot in Kopenhagen hatte ich dazu eine Idee, die ich hiermit zur Verf&#252;gung stellen und somit eine eventuelle Realisierung crowdsourcen m&#246;chte. Ich schlage ein Projekt <strong>&#8220;PolitPapparazzi.de&#8221;</strong> vor. Eine Web-Community, die es sich zur Aufgabe macht, unserer politischen Elite auf die Finger zu schauen. Eine Community, die s&#228;mtliche Informationen &#252;ber s&#228;mtliche Kabinettsmitglieder, Parlamentarier und Staatssekret&#228;re sammelt, die zur Zeit so gerne unser Grundgesetz und unsere Reste von Demokratie verbocken. Eine Community, in der die User eintragen k&#246;nnen wann sie welchen Politiker wo gesehen haben. Bei welcher Veranstaltung oder bei welchem Essen mit irgendwelchen Lobbyisten. In welchen Artikeln im Web oder in Zeitungen welcher Politiker erw&#228;hnt oder zitiert wird. Links zu Videos, Fotos und Soundbites. Weiterhin alle &#246;ffentlich erh&#228;ltlichen Daten, wie ehemalige oder noch aktuelle Jobs, Aufsichtsratsmandate und so weiter.</p>

	<p>Also genau die Informationen, die den B&#252;rgern eigentlich vom Bund selber &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht werden m&#252;ssten.</p>

	<p>Im Idealfall ergibt sich so ein recht dichtes Bild &#252;ber Aktionen und Meinungs&#228;u&#223;erungen der etablierten politischen Kaste.</p>

	<p>Es handelt sich dabei um ein Projekt mit gewaltigem Arbeitsaufwand, der aber durch eine offene und engagierte Community durchaus zu leisten ist.</p>

	<p>Auf diese Art k&#246;nnen wir versuchen der etablierten politischen Gesellschaft klar zu machen was es bedeutet von allen m&#246;glichen Seiten &#252;berwacht zu werden.</p>

	<p>Auf diese Art k&#246;nnte man ihnen entgegenrufen: &#8220;Ihr wollt einen &#220;berwachungsstaat? Den k&#246;nnt ihr haben!&#8221;</p>

	<p><span class="caps">PS </span>Kurze nachtr&#228;gliche Anmerkung: politpaparazzi.de ist vergeben, politpapparazzi.de w&#228;re falsch geschrieben, aber es geht auch gar nicht um den Domainnamen, der steht da nur exemplarisch. .org oder .net g&#228;be es ja zum Beispiel noch. Oder vielleicht w&#228;re ja auch politparazzi.de geeigneter oder quiscustodiet.de.</p>
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		<title>Freiheit w&#228;hlen</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 02:17:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[UnPolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Wahljahr]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist Europawahl. Im Laufe dieses Tages wird die Mehrzahl der Wahlberechtigten in Deutschland die Chance auf demokratische Einflussnahme ungenutzt in der Gosse verenden lassen. Nicht-W&#228;hlen ist aber kein Protest, Nicht-W&#228;hlen ist Ignoranz gegen&#252;ber den ureigensten Interessen. Wen man denn w&#228;hlen sollte? Nun das muss jeder f&#252;r sich selbst herausfinden. Schaut euch einfach um und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Heute ist Europawahl.</strong></p>

	<p>Im Laufe dieses Tages wird die Mehrzahl der Wahlberechtigten in Deutschland die Chance auf demokratische Einflussnahme ungenutzt in der Gosse verenden lassen.</p>

	<p>Nicht-W&#228;hlen ist aber kein Protest, Nicht-W&#228;hlen ist Ignoranz gegen&#252;ber den ureigensten Interessen.</p>

	<p>Wen man denn w&#228;hlen sollte? Nun das muss jeder f&#252;r sich selbst herausfinden.</p>

	<p>Schaut euch einfach um und fragt euch: &#8220;Was liegt im Argen und wer ist daran Schuld?&#8221;</p>

	<p><strong>Was liegt denn in Deutschland zur Zeit eigentlich im Argen?</strong></p>

	<p>Wir k&#228;mpfen mit den Auswirkungen eines Finanzdebakels, dessen Dauer und Reichweite noch nicht so recht klar ist und dessen Gr&#252;nde der Mehrheit der Deutschen auch noch nicht ansatzweise klar zu sein scheinen, da die Innenst&#228;dte sonst jeden Tag mit Demonstranten verstopft w&#228;ren. Zu allem &#220;berfluss schustern die einen Versucher der Krise den anderen Verursachern der Krise nun auch noch Milliarden von Euro zu und das ohne jegliche demokratische Kontrolle.</p>

	<p>Lobbyvertreter sitzen auf nationaler und auf europ&#228;ischer Ebene direkt in den Ministerien, Aussch&#252;ssen und Kommissonen und formulieren Gesetze zum Nachteil der Bev&#246;lkerung.</p>

	<p>Die Grundrechte werden St&#252;ck um St&#252;ck eingeschr&#228;nkt und reduziert, im realen Leben wie im digitalen Lebensraum. Verdachtslose &#220;berwachung und Kontrolle nehmen allerorten zu, sowohl von staatlicher als auch von privatwirtschaftlicher Seite. Die Befugnisse von Polizei und Geheimdiensten werden &#252;ber Totschlag-Argumente wie Terrorismus, Kinderpornographie, Jugendgewalt und Amoklauf auf nationaler und europ&#228;ischer Ebene zunehmend ausgebaut.</p>

	<p>Eine zuk&#252;nftige Zensur der freien Kommunikation durch eine Polizeibeh&#246;rde ist in Deutschland eine reale M&#246;glichkeit geworden und die Innenministerkonferenz will Milit&#228;r als Polizeitruppe auf deutschem Gebiet einsetzen. Alles Pl&#228;ne, die sehr deutlich Gedanken an die Weimarer Republik aufkommen lassen.</p>

	<p><strong>Und wer ist schuld? </strong></p>

	<p>Alle oben erw&#228;hnten Probleme &#8211; und das sind beileibe nicht alle existierenden &#8211; sind nicht in den letzten paar Jahren entstanden. Somit muss sich jede Partei mit Regierungsverantwortung, mindestens seit Beginn der 90er Jahre, den Vorwurf gefallen lassen, an der aktuellen Misere, der Parteienverdrossenheit, sowie den finanziellen und b&#252;rgerrechtlichen Problemen mit Schuld zu sein. Und leider ist auch anzunehmen, dass s&#228;mtliche etablierten gro&#223;en Parteien nicht willens oder in der Lage sind diese Probleme zu l&#246;sen.</p>

	<p>Es scheint einfach an der Zeit f&#252;r neue L&#246;sungsans&#228;tze zu sein, welche die etablierte &#8220;politische Elite&#8221; nicht zu bieten hat.</p>

	<p>Ich glaube an die Demokratie. Ich glaube an die Zukunft, an eine m&#246;gliche bessere Zukunft.</p>

	<p>Ich glaube, dass das Volk sich nicht von seinen Dienern, den Parlamentariern,  vorschreiben lassen darf wann und wie es kommunizieren darf, wann und wo es sich versammeln darf und auf welche Weise es demokratische Willensbildung betreiben darf.</p>

	<p>Und ich glaube, dass man zur Wahl gehen muss. Man muss den w&#228;hlen, der am ehesten daf&#252;r steht, mehr Demokratie und mehr Transparenz zu schaffen. Und man muss jemanden w&#228;hlen, der sich bisher nicht des Missbrauchs seiner politischen Macht schuldig gemacht hat.</p>

	<p>Wenn man Ver&#228;nderungen bewirken will, dann macht man das nicht indem man andere entscheiden l&#228;sst, sondern immer nur indem man selbst eine Entscheidung trifft.</p>

	<p>Eine Entscheidung f&#252;r mehr Demokratie und mehr Freiheit.</p>
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		<title>Us Now</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 14:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neue Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Distributed Government]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche neuen M&#246;glichkeiten kann das Netz f&#252;r Regierung und Demokratie bieten? 60 Minuten Dokumentation: Us Now from Banyak Films on Vimeo. Feel free to Flattr this post at flattr.com, if you like it. Tweet it]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Welche neuen M&#246;glichkeiten kann das Netz f&#252;r Regierung und Demokratie bieten?</p>

	<p>60 Minuten Dokumentation:</p>

	<p><object width="520" height="290"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4489849&#038;server=vimeo.com&#038;show_title=1&#038;show_byline=1&#038;show_portrait=0&#038;color=&#038;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4489849&#038;server=vimeo.com&#038;show_title=1&#038;show_byline=1&#038;show_portrait=0&#038;color=&#038;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="520" height="290"></embed></object><p><a href="http://vimeo.com/4489849">Us Now</a> from <a href="http://vimeo.com/banyakfilms">Banyak Films</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p></p>
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		<title>The Times They Are A-Changin&#8217;</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 12:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[UnPolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Monopole]]></category>
		<category><![CDATA[Parteipolitik]]></category>
		<category><![CDATA[pc09]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle moralischen Aspekte einmal au&#223;er Acht gelassen, muss man das Manhattan Project als eine der gr&#246;&#223;ten wissenschaftlichen Anstrengungen der Menschheit betrachten. Inflationsbereinigt hat das Projekt ca. 28 Milliarden Dollar gekostet. Und einmal au&#223;er Acht gelassen, dass es nichts anderes war als ein riesiger Pissing Contest, muss man auch die Leistungen des amerikanischen Mondprogramms anerkennen. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Alle moralischen Aspekte einmal au&#223;er Acht gelassen, muss man das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manhattan_Project">Manhattan Project</a> als eine der gr&#246;&#223;ten wissenschaftlichen Anstrengungen der Menschheit betrachten. Inflationsbereinigt hat das  Projekt ca. 28 Milliarden Dollar gekostet.</p>

	<p>Und einmal au&#223;er Acht gelassen, dass es nichts anderes war als ein riesiger <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=Pissing+Contest">Pissing Contest</a>, muss man auch die Leistungen des amerikanischen Mondprogramms anerkennen. Das Mondprogramm hat, in heutigem Geld gemessen, ca. 145 Milliarden Dollar gekostet.</p>

	<p>Mit den Kosten des gesamten Manhattan Projects k&#246;nnte man heute ca. ein F&#252;nftel der Liquidit&#228;tsprobleme der Hypo Real Estate (HRE) decken und wenn man auf die Kosten des Mondprogramms noch 5 bis 10 Milliarden aufschl&#228;gt, hat man die Summe, die die American International Group (AIG) bisher an Bailout ben&#246;tigt hat.</p>

	<p>Ob das Manhattan Project in dieser Art wirklich sinnvoll war, oder auch das Mondprojekt, dar&#252;ber kann man durchaus geteilter Meinung sein. Der Banken-Bailout ist es, jedenfalls in der Art und Weise wie er durchgef&#252;hrt wird, definitiv nicht. Das Hauptproblem hinter der Finanzkrise ist aber eine veraltete Struktur, welche in ihrem Kern im 14. und 15. Jahrhundert entwickelt wurde und sich seitdem nicht wirklich ver&#228;ndert hat. Systemimmanent kann ein Bankensystem, welches auf Einschr&#228;nkungen und Geheimhaltung beruht, nicht das leisten, was heute f&#252;r eine gerechtes und transparentes Finanzsystem notwendig w&#228;re. Selbst jetzt, nach einer Finanzkatastrophe gegen die sich Tschernobyl wie ein Osterfeuer ausnimmt, springen andere veraltete Strukturen in Form der Regierigen herbei und verhindern einen wohlverdienten Zusammenbruch.</p>

	<p>Diese veralteten Strukturen finden sich in s&#228;mtlichen Bereichen wieder, die sich auf das Verteilen und Verwalten von Information beziehen. Dazu geh&#246;ren neben den Banken (Glaubt hier jemand sein Geld auf dem Konto w&#228;re etwas anders als blo&#223;e Information?) auch Zeitungs- und Buchverlage, die Musikindustrie, TV-Sender, die Filmindustrie und vor allem auch der aktuelle Parlamentarismus.</p>

	<p>Moment mal&#8230; &#8220;Verteilen und Verwalten von Information&#8221;... klingt das nicht nach etwas, was auch im Internet&#8230;</p>

	<p>S&#228;mtliche oben genannten Altstrukturen bekommen ernste Probleme durch die M&#246;glichkeiten des Netzes. Es war immer schwierig und teuer Kommunikationsgut, seien es objektive Fakten, fundierte Meinungen oder polemische Propaganda, weithin bekannt zu machen. Dadurch entstand ein Kommunikationsmonopol, welches aber zur Zeit durch das Internet aufgebrochen wird.</p>

	<p>Die Entmonopolisierung von Kommunikation bedroht s&#228;mtliche Strukturen, die auf reine Top-Down-Prozesse ausgerichtet sind. Zeitungsverlage kommen nat&#252;rlich nicht damit klar, dass man mit einem Internetzugang ein weltweit lesbarer Journalist oder Kolumnist sein kann. Die Musikindustrie hat nat&#252;rlich ein Problem damit, dass sie vollkommen &#252;berfl&#252;ssig ist wenn K&#252;nstler die alten Vertriebswege nicht mehr ben&#246;tigen. Fernsehsender haben nat&#252;rlich ein Problem damit, dass 12- bis 24-J&#228;hrige pl&#246;tzlich genau so viel Zeit vor StudiVZ und Youtube verbringen wie vor dem Fernseher. Wenn ich bisher Besitzer eines Quasi-Monopols war, werde ich einer Zerschlagung eben dieses Monopols nat&#252;rlich nicht applaudieren.</p>

	<p>Hier h&#246;rt der Niedergang alter Strukturen aber nicht auf, er beginnt gerade erst. Immer mehr Menschen definieren einen immer gr&#246;&#223;eren Teil ihres Daseins &#252;ber ihre Pr&#228;senz im Netz. Es hat ein Sprung stattgefunden vom Kommunikationsmedium, von reiner Infrastruktur, hin zu einem regelrechten Lebensraum.</p>

	<p>Die Veralteten wehren sich nat&#252;rlich. Sie versuchen die M&#246;glichkeiten zu freier Kommunikation einzuschr&#228;nken, zu regulieren und zur&#252;ckzudr&#228;ngen. R&#252;ckg&#228;ngig machen l&#228;sst sich das Internet nicht. Zu schnell ist es zu wichtig geworden und zur&#252;ck in die Flasche kriegt man sowieso immer nur sehr sehr dumme Geister. Kaum ein Tag vergeht jedoch ohne neue Beispiele f&#252;r den Kampf gegen ein freies Internet, wobei eine der beliebtesten Taktiken darin besteht, den Untergang des Abendlandes zu deklamieren.</p>

	<p>Zeitungsverlage prangern den Untergang des Qualit&#228;tsjournalismus an, als ob dieser nicht schon mit dem ersten Erscheinen der Bild-Zeitung begonnen h&#228;tte. Die Musikindstrie malt das Bild verhungernder S&#228;nger, als ob nicht schon seit je her der L&#246;wenanteil s&#228;mtlicher Einnahmen im eigenen Getriebe versickert sei.</p>

	<p>Nie zuvor jedoch wurde Literatur, Journalismus und Musik so intensiv und auf breiter Basis betrieben wie heute. Nie zuvor hatten so viele Menschen die M&#246;glichkeit dazu. Dem Journalismus und der Musik geht es hervorragend. Probleme haben einzig und allein ein paar alte parasit&#228;re Anh&#228;nge von Journalismus und Musik.</p>

	<p>Die alten Modelle sind in ihrer jetzigen Form &#252;berholt und dem Untergang geweiht. Dies betrifft auch und vor allem das Finanzsystem und den Parlamentarismus in seiner jetzigen Form. Es wachsen neue Ideen heran f&#252;r ein <a href="http://www.reboot.dk/page/21759?">Agile Banking</a>, f&#252;r echte Basis-Demokratie ohne ein hinderliches parteipolitisches Korsett und werden langsam greifbar.</p>

	<p>Und ohne Zweifel wird mit dem weiteren Fortschreiten dieser Ideen der Untergang unserer Zivilisation noch oft ausgerufen werden.</p>

	<p>Eine Gefahr des Untergangs besteht durchaus, zum Beispiel f&#252;r Dinosaurier wie Parlamentarismus und Parteipolitik.</p>

	<p>Jedoch ganz sicher nicht f&#252;r Kultur und Demokratie &#8211; die jauchzen gerade vor Gl&#252;ck.</p>

	<p><blockquote>Come senators, congressmen<br />
Please heed the call<br />
Don&#8217;t stand in the doorway<br />
Don&#8217;t block up the hall<br />
For he that gets hurt<br />
Will be he who has stalled<br />
Theres a battle outside<br />
And it is ragin&#8217;.<br />
It&#8217;ll soon shake your windows<br />
And rattle your walls<br />
For the times they are a-changin&#8217;<br />
<quelle>Bob Dylan, The Times They Are A-Changin&#8217;</quelle><br />
</blockquote></p>

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