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	<title>UnPolitik.de &#187; EU</title>
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	<description>Weil es zu gefährlich ist, nichts zu sagen.</description>
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		<title>Str&#246;mliner</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 10:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frau Censilia Cecilia Malmstr&#246;m m&#246;chte, dass EU-weit Netzsperren eingef&#252;hrt werden. &#220;ber den Sinn und Unsinn von Netzsperren ist ja nun schon viel diskutiert und geschrieben worden und ich m&#246;chte mir das an dieser Stelle sparen. Mir stellt sich aber nun die Frage: &#8220;Woher kommt das pl&#246;tzliche Verlangen nach Netzsperren bei Frau Malmstr&#246;m und wes Geistes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Frau <span style="text-decoration: line-through;">Censilia</span> Cecilia Malmstr&#246;m m&#246;chte, dass <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/internetsperren-bruessel-eu">EU-weit Netzsperren eingef&#252;hrt werden</a>.</p>

	<p>&#220;ber den Sinn und Unsinn von Netzsperren ist ja nun schon viel diskutiert und geschrieben worden und ich m&#246;chte mir das an dieser Stelle sparen. Mir stellt sich aber nun die Frage: &#8220;Woher kommt das pl&#246;tzliche Verlangen nach Netzsperren bei Frau Malmstr&#246;m und wes Geistes Kind ist sie eigentlich?&#8221;</p>

	<p>Cecilia Malmstr&#246;m ist Partei-Vize der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Liberal_People%27s_Party_%28Sweden%29">Folkpartiet liberalerna</a> (Liberale Volkspartei), einer urspr&#252;nglich einmal sozial-liberal orientierten, aber mittlerweile getrost als neo-liberal zu bezeichnenden Partei in Schweden. Die Folkpartiet liberalerna war 2003 f&#252;r die Invasion des Irak und f&#252;r die Einf&#252;hrung des Euro in Schweden (welche aber durch ein Referendum abgelehnt wurde) und ist f&#252;r eine weitere schnelle Ausweitung der EU, in ihrer Jugendorganisation sogar f&#252;r die Etablierung eines einzelnen europ&#228;ischen Staates.</p>

	<p>Frau Malmstr&#246;m war Ministerin f&#252;r EU-Angelegenheiten in Schweden, tritt f&#252;r eine St&#228;rkung der EU-Kommission im Allgemeinen und des Generalsekretariats im Besonderen ein um eventuelle Krisensituationen zu managen. Sie hat B&#252;cher und Aufs&#228;tze &#252;ber Grenzsicherung, Einwanderungspolitik und Terrorismus geschrieben und schon im Jahr 2000 einen eigenen Entwurf f&#252;r einen gesamteurop&#228;ische Verfassung vorgelegt.</p>

	<p>Mit Antritt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommission_Barroso_II">EU-Kommission Barroso II</a> am 10. Februar diesen Jahres, bekleidet Frau Malmstr&#246;m das neu geschaffene Amt des EU-Kommissar f&#252;r Inneres, also eine Art europ&#228;ische Innenministerin.</p>

	<p>Moment mal&#8230; Innenminister? Ist das nicht der Posten f&#252;r paranoide, latent verfassungsfeindliche und freiheitsbeschneidende Sicherheitsfanatiker und Control-Freaks?</p>

	<p><blockquote><br />
&#8220;Maybe because the Stockholm Programme is so gigantic we need two women. We might have needed three men.&#8221;<br />
<quelle>Cecilia Malmstr&#246;m</quelle><br />
</blockquote></p>

	<p>Seit ihrem Amtsantritt arbeitet die Innenkommissarin auf ein schnelles neues <span class="caps">SWIFT</span>-Abkommen mit den <span class="caps">USA</span> hin, tritt energisch f&#252;r eine deutliche St&#228;rkung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frontex">Europ&#228;ischen Grenzschutz-Agentur Frontex</a> ein und ist ganz allgemein mit der m&#246;glichst schnellen Umsetzung des bedrohlichen <a href="http://www.statewatch.org/future-group.htm">Stockholm Programms</a> besch&#228;ftigt.</p>

	<p>Wenn man sich also ihre Fachgebiete und T&#228;tigkeitsbereiche so ansieht, tut man wohl Recht daran, stark zu bezweifeln, dass es beim ihrem aktuellen Netzsperren-Vorsto&#223; &#8220;nur um die Kinder&#8221; geht.</p>

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		<title>Wer nichts zu verbergen hat&#8230;</title>
		<link>http://www.unpolitik.de/2009/05/26/wer-nichts-zu-verbergen-hat/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 00:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[...hat nichts zu bef&#252;rchten. Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird. Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>...hat nichts zu bef&#252;rchten.</p>

	<p>Das ist ein Argument, welches von Seiten der &#220;berwachungsgesetzgeber immer wieder gerne verwendet wird.</p>

	<p>Es ist das Lieblingsargument eines &#220;berwachungsstaats, der alleine durch diese Formulierung den Anschein erwecken m&#246;chte, jeder Gegner von &#220;berwachung und Kontrolle w&#228;re ja schon suspekt, geh&#246;re also eigentlich &#252;berwacht. Das Argument ist aber vollkommen hinf&#228;llig, da es davon ausgeht man m&#252;sse sich gegen &#220;berwachung und Kontrolle rechtfertigen. Wer sich aber nat&#252;rlich rechtfertigen muss, ist in einem Rechtsstaat immer der &#220;berwachende.<br />
<blockquote>Je mehr alte soziale Strukturen, die Sicherheit gaben, verschwinden, desto mehr kommt dem Staat die Aufgabe zu, f&#252;r Sicherheit und damit auch f&#252;r Zusammenhalt zu sorgen. Wir brauchen institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t und Bindungslosigkeit.<br />
<quelle>Wolfgang Sch&#228;uble, 15.11.2008, Welt Online</quelle></blockquote></p>

	<p>Eine gro&#223;e soziale Struktur f&#252;r <em>&#8220;Sicherheit&#8221;</em> ist ja uns ja mit dem Zusammenbruch der <span class="caps">DDR</span> abhanden gekommen, aber wie gro&#223;artig staatliche <em>&#8220;institutionelle Vorkehrungen gegen Anonymit&#228;t&#8221;</em> funktionieren, zeigt sich ja durch die teilweise oder g&#228;nzlich in staatlicher Hand befindlichen Gro&#223;konzerne Telekom und die Deutsche Bahn beinahe jeden Tag aufs Neue.</p>

	<p>Auf legislativer Seite ist in Deutschland eine Initiative aus dem Familienministerium aktuell. Der Entwurf des <em>&#8220;Gesetzes zur Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie im Internet&#8221;</em> enth&#228;lt neben Formulierungen, die eine deutliche Zensurbestrebung vermuten lassen, aber noch andere Teile. Frau Ursula &#8220;Eine Auswertung der Internetkommunikation findet nicht statt.&#8221; von der Leyens Beteuerungen zum Trotz ist mit dem Gesetzesentwurf neben einer &#8220;Zugangserschwerung&#8221; auch eine &#220;berwachung vorgesehen. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums hat das in einem <a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Regierung-erwaegt-Echtzeitueberwachung-der-Stoppschild-Zugriffe--/meldung/136769">Interview mit heise</a> mal ganz freim&#252;tig erkl&#228;rt.</p>

	<p><blockquote>Die auf den Stopp-Server zulaufenden Anfragen, also zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzers, werden als Kopie live an eine &#220;berwachungsanlage der Strafverfolgungsbeh&#246;rde ausgeleitet und dort verarbeitet[...]aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erf&#252;llt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begr&#252;ndet daher den f&#252;r strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht.<br />
<quelle>Ulrich Staudigl, Bundesministerium der Justiz</quelle></blockquote></p>

	<p>Ohne hier auf seine Nutzlosigkeit f&#252;r die Bek&#228;mpfung des dokumentierten Kindesmissbrauchs einzugehen, bleibt das Gesetz in seiner jetzigen Form ein &#220;berwachungsgesetz &#8211; und zwar ein extern nicht kontrollierbares. Man darf das Gesetz auch nicht isoliert sehen, so schwer es bei der vorgeschobenen Thematik Kinderpornographie auch f&#228;llt, sondern als Teil einer gr&#246;&#223;eren Initiative zu mehr &#220;berwachung. So bitter es sich auch anh&#246;rt, hier wird der Kindesmissbrauch einfach nur als <a href="http://www.naomiklein.org/shock-doctrine/reviews/highlights">Schock-Vorwand</a> f&#252;r einen weiteren Ausbau der &#220;berwachungsgesetze instrumentalisiert.</p>

	<p>Mit etwas mehr Abstand betrachtet sieht man dann allerdings genau wie sich das Gesetz in eine Phalanx an &#220;berwachungs- und Kontrollgesetzen einf&#252;gt. Im Gesetzesentwurf wird explizit offen gelassen wie die Umleitung von Adressen auf das ber&#252;chtigte Stoppschild von statten gehen soll und es werden auch schon Stimmen laut, die Hybridmechanismen auf Basis von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Proxy_server#Content-filtering_web_proxy">Zwangsproxies</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Routingtabelle">Routingtabellen</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_packet_inspection">Deep Packet Inspection</a> fordern. Im schlimmsten Fall w&#252;rde das Gesetz so das Instrumentarium f&#252;r eine zentrale Vorratsdatenspeicherung der Besucher ausgew&#228;hlter Webseiten bedeuten.</p>

	<p>Der Ausbau der &#220;berwachungs- und Kontrollgesetze ist allerdings kein auf Deutschland begrenztes Ph&#228;nomen. Wenn man einmal ein wenig nachforscht findet man heraus, dass dieser Umbau zum &#220;berwachungsstaat auf einem langfristigen Plan fu&#223;t, der mit den Antiterrorgesetzen im Zuge des 11. Septembers 2001 begann und seitdem auf EU-Ebene intensiv vorangetrieben worden ist. Die aktuell treibende Kraft hinter diesen Gesetzen ist die <a href="http://www.heise.de/newsticker/Schaeuble-stellt-Weichen-fuer-kuenftige-EU-Innenpolitik--/meldung/89999">Future Group</a>, die 2007 von Dr. Wolfgang Sch&#228;uble unter der deutschen EU-Ratspr&#228;sidentschaft einberufen wurde. Die Gruppe will in diesem Herbst das <a href="http://www.statewatch.org/future-group.htm">Stockholmer Programm</a> verabschieden, in dem Schritte vorgegeben werden, die deutlich an totalit&#228;re Polizeistaaten erinnern.</p>

	<p>Zu den Punkten des Stockholmer Programms, welches dann von EU-Ebene aus durchgesetzt w&#252;rde, geh&#246;ren unter anderem:<br />
<ul></p>
	<p><li> Vorratsdatenspeicherung</li><br />
<li> grenz&#252;berschreitende Online-Durchsuchung</li><br />
<li> paramiliti&#228;rische europ&#228;ische Polizeitruppe</li><br />
<li> automatisierte Rasterfahndung</li><br />
<li> europaweite Positions&#252;berwachung von Mobiltelefonen</li><br />
</ul></p>

	<p><a href="http://euro-police.noblogs.org/gallery/3874/ECLN_statement_on_Stockholm_Programme.pdf">Informiert euch, warnt und protestiert. Wo ihr nur k&#246;nnt.</a></p>

	<p>Nur weil eine totale &#220;berwachung auf digitaler Basis leichter f&#228;llt als in der physischen Welt, ist ihre Monstr&#246;sit&#228;t um keinen Deut geringer.</p>
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		<title>Keine 3 Strikes</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Apr 2009 13:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Frankreich ist das &#8220;Graduate Response&#8221;-Gesetz, von dem angenommen wurde, dass es in der Nationalversammlung einfach nur noch durchgewunken w&#252;rde, &#252;berraschend abgelehnt worden. Das Gesetz h&#228;tte es der Privatwirtschaft in Frankreich erlaubt, ohne Beweise antreten zu m&#252;ssen, Grundrechte von B&#252;rgern einzuschr&#228;nken. Dazu gibt es auch weitere Erl&#228;uterungen bei netzpolitik.org und bei futurezone. Gebannt ist die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>In Frankreich ist das &#8220;Graduate Response&#8221;-Gesetz, von dem angenommen wurde, dass es in der Nationalversammlung einfach nur noch durchgewunken w&#252;rde, &#252;berraschend abgelehnt worden.</p>

	<p>Das Gesetz h&#228;tte es der Privatwirtschaft in Frankreich erlaubt, ohne Beweise antreten zu m&#252;ssen, Grundrechte von B&#252;rgern einzuschr&#228;nken.</p>

	<p>Dazu gibt es auch weitere Erl&#228;uterungen bei <a title="3-Strikes in Frankreich (abgelehnt)" href="http://netzpolitik.org/2009/netzpolitik-podcast-076-3-strikes-in-frankreich-abgelehnt/">netzpolitik.org</a> und bei <a title="Nationalversammlung stimmt gegen HADOPI" href="http://futurezone.orf.at/stories/1602192/">futurezone</a>.</p>

	<p>Gebannt ist die Gefahr damit allerdings noch nicht. Im generell sehr kritikw&#252;rdigen EU-Telekom-Paket ist die &#8220;Graduate Response&#8221;-Idee auf dubiose Weise wieder aufgetaucht. Die EU-Kommission hat den Zusatz 138 des Telekom-Pakets vollkommen verdreht. Urspr&#252;nglich sollte der Anhang 138 garantieren, dass Grundrechte nur durch eine gerichtliche Instanz eingeschr&#228;nkt werden k&#246;nnen. In der neuen Version steht jedoch:</p>

	<p><blockquote>no restriction may be imposed on the fundamental rights of end-users, without a prior decision taken by <strong>legally competent authorities</strong></blockquote></p>

	<p>Kein Wort mehr von gerichtlicher Instanz sondern nur noch der &#228;u&#223;erst schwammige Begriff &#8220;legally competent authorities&#8221;.</p>

	<p>Man kann nur hoffen, das die Ablehnung der franz&#246;sischen Spielart von &#8220;3 strikes&#8221; einen deutlichen Eindruck im EU-Parlament hinterl&#228;sst und nicht, wie schon so oft geschehen, national gescheiterte Gesetze &#252;ber die EU doch noch durchgesetzt werden.</p>
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