Am 22. Januar diesen Jahres hat Angela Merkel eine Rede gehalten – eine Rede zum 70. Geburtstag von Joachim Gauck, die ich hier in Auszügen wiedergeben möchte.
Genau diese Rede hätte sie auch gut zur Nominierung von Joachim Gauck als Kandidat für das Amt das Bundespräsidenten halten können.
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[...]Weil Joachim Gauck so eine spannende Persönlichkeit ist, sage ich natürlich aus vollem Herzen, dass ich ihm gerne meine Reverenz erweise, denn er hat sich in herausragender und auch in unverwechselbarer Weise um unser Land verdient gemacht – als Bürgerrechtler, politischer Aufklärer und Freiheitsdenker, als Versöhner und Einheitsstifter in unserem jetzt gemeinsamen Land sowie als Mahner .lund Aufarbeiter des SED-Unrechts und damit auch als ein Mann, der immer wieder an historische Verantwortung erinnert. Welche Facette man auch hervorhebt, immer spiegelt sich das Fundament unserer Gesellschaft wider: Einigkeit in Recht und Freiheit.
Zunächst zum ersten großen Leitmotiv Ihres vielfältigen Wirkens, zur Freiheit. Wer in Ihrem reichen publizistischen Werk stöbert, der spürt: Freiheit ist die zentrale politische Idee, der Sie sich zeit Ihres Lebens verpflichtet gefühlt haben und auch sicherlich weiterhin verpflichtet fühlen.
[...]
Aber so erklärt sich in dieser Definition der unangreifbare Stellenwert, den Sie dem Menschen im Verhältnis von Staat und Bürger einräumen. Ich denke, wir sollten uns das auch immer wieder vergegenwärtigen. Wir sollten es als eine Chance begreifen, die Möglichkeiten ausschöpfen zu können, und nicht als eine Zumutung empfinden.
[...]Sie sind Mahner, Sie sind ein richtiger Demokratielehrer. Sie halten die Erinnerung an die DDR und ihr Unrechtssystem wach. Sie werben immer wieder für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie verbinden das nicht einfach nur mit Funktionen und Ämtern.
[...]
Weil wir immer wieder Debatten brauchen, weil wir uns immer wieder miteinander austauschen müssen, ist es so gut, dass wir Sie, Herr Gauck, haben. Denn Sie legen den Finger in die Wunde, wenn Sie eine Wunde sehen, aber Sie können auch Optimist sein und sagen: Es geht voran. Beides brauchen wir. Danke, dass es Sie gibt. Danke, dass Sie weiter da sind.


Juni 5th, 2010 at 09:06
“Was interessiert mich mein Gerede von gestern?!”
mehr brauch man nicht dazu sagen…
Juni 5th, 2010 at 09:43
Vielleicht nimmt sie ihn nur deshalb nicht, weil sie weiß, dass er sie jeden Tag daran erinnern wird, dass sie selbst vielleicht nicht allzuschnell davon überzeugt war, dass die DDR ein Unrechtsregime war. Als ehemalige FDJ-lerin bekommt man auch nicht immer so schnell mit, was sich gehört und was nicht.
Juni 5th, 2010 at 17:20
Jetzt wird diese Bundespräsidentenwahl wieder zur Polit Posse. Warum zur Hölle können sich die CDU und die SPD nicht auf einen Kandidaten einigen, der von beiden Parteien getragen wird. Gauck wäre ja so einer. Auf der anderen Seite ist der ja auch viel zu alt. Mit 70 hält der den Stress ja nicht durch. Da ist der Hannoveraner schon viel jünger. Mal schauen wer es werden wird und ob er länger duchhält als der Köhler.
Juni 5th, 2010 at 17:55
@stadtnarr: Was interessiert Gauck sein Gerede von gestern? http://www.youtube.com/watch?v=rSxJXUbCG80 … genauso wenig
Juni 6th, 2010 at 06:02
[...] Vollen Lobes war Angela Merkel noch Anfang des Jahres über Joachim Gauck. Kann mich nicht erinnern, das Merkel eine solche Laudatio auf Christian Wulff gehalten hat. [...]
Juni 7th, 2010 at 08:22
WENN SCHWARZ-GELB AUS DIESER VERZWICKTEN SITUATION WIEDER HERAUSKOMMEN WILL, BLEIBT NUR DIE LÖSUNG, DASS SICH WULFF ALS KANDIDAT SELBST ZURÜCKNIMMT UND ANGESICHTS DER DROHENDEN POLITISCHEN PLEITE UND DER DAMIT EINHERGEHENDEN DAUERHAFTEN BESCHÄDIGUNG SEINER PERSON UND DER BUNDESKANZLERIN VON SICH HERAUS VON SEINER KANDIDATUR ZURÜCKTRITT, DANN KÖNNEN ALLE MITGLIEDER DER BUNDESVERSAMMLUNG GUTEN GEWISSENS UND OHNE SCHMERZ HERNN GAUCK WÄHLEN; DAS WÄRE GUT FÜR DEUTSCHLAND UND KÖNNTE MERKEL (VIELLEICHT) DOCH NOCH DAS POLITISCHE ÜBERLEBEN SICHERN.
Juni 7th, 2010 at 17:31
[...] Gauck, Gauck, Gauck. Alle wollen ihn. Sogar ein paar FDPler wollen ihn. Nur das Merkel und die CDU [...]
Juni 22nd, 2010 at 11:42
[...] UnPolitik.de: “Merkel über Gauck” ↩ [...]
Oktober 21st, 2010 at 18:16
[...] 6th, 2010 (137 Tage her) Vollen Lobes war Angela Merkel noch Anfang des Jahres über Joachim Gauck. Kann mich nicht erinnern, das Merkel [...]